Cod.sanscr. 600(1 Hauptaufnahme: Unterschied zwischen den Versionen
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Das Mittelfeld ist in drei [[rechteck|langrechteckige]] [[(Bild)Feld|Felder]] mit geschnitzten floralen Ornamenten unterteilt; dioe Unterteilung wird bestimmt durch die Position der Schnurlöcher. Sie sind von einem vertieft geschnitzten Kreis umgeben; in den Vertiefungen waren ursprünglich wohl Knöpfe angebracht. Hierdruch entstehen zwei annähernd [[Quadrat|quadratische]] Felder mit einem vertieften Kreis. Die Schnitzerei ist insgesamt recht flach gehalten. | Das Mittelfeld ist in drei [[rechteck|langrechteckige]] [[(Bild)Feld|Felder]] mit geschnitzten floralen Ornamenten unterteilt; dioe Unterteilung wird bestimmt durch die Position der Schnurlöcher. Sie sind von einem vertieft geschnitzten Kreis umgeben; in den Vertiefungen waren ursprünglich wohl Knöpfe angebracht. Hierdruch entstehen zwei annähernd [[Quadrat|quadratische]] Felder mit einem vertieften Kreis. Die Schnitzerei ist insgesamt recht flach gehalten. | ||
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Das Mittelfeld ist von einem glatten, [[konkav (geschweift)|konkav]] gewölbten (??) [[Steg]] umgeben. | Das Mittelfeld ist von einem glatten, [[konkav (geschweift)|konkav]] gewölbten (??) [[Steg]] umgeben. | ||
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Der Rand des Deckels ist glatt und bemalt mit einem [[Lotusblätterfries]]. | Der Rand des Deckels ist glatt und bemalt mit einem [[Lotusblätterfries]]. | ||
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Auf der Innenseite läuft senkrecht zu den Schnurlöchern ein gelbes Band mit einem in feinen roten Linien aufgemalten Rautenmuster (siehe hierzu: Grönbold, S. 14). | Auf der Innenseite läuft senkrecht zu den Schnurlöchern ein gelbes Band mit einem in feinen roten Linien aufgemalten Rautenmuster (siehe hierzu: Grönbold, S. 14). | ||
In jedem der drei Felder sind drei [[Ikonographie::Gottheit und Schützer|Gottheiten]] abgebildet, zwischen deren [[Ikonographie::Mandorla (Ikonographie asiatisch)|Mandorlas]] schnurartige Ornamente mit Perlenanhängern abgebildet sind. Jede Figur sitzt auf einem [[Ikonographie::Thron (als architektonisches Element)|Thron]], dessen Spitzen über den Schultern hervorragen, und vor einem runden [[Ikonographie::Kissen|Polster]], das durch seine Musterung erkennbar ist. Die Farbe des Kissens und er Mandorla unterscheidet sich zwischen den einzelnen Figuren jeweils. | In jedem der drei Felder sind drei [[Ikonographie::Gottheit und Schützer|Gottheiten]] abgebildet, zwischen deren [[Ikonographie::Mandorla (Ikonographie asiatisch)|Mandorlas]] schnurartige Ornamente mit Perlenanhängern abgebildet sind. Jede Figur sitzt auf einem [[Ikonographie::Thron (als architektonisches Element)|Thron]], dessen Spitzen über den Schultern hervorragen, und vor einem runden [[Ikonographie::Kissen|Polster]], das durch seine Musterung erkennbar ist. Die Farbe des Kissens und er Mandorla unterscheidet sich zwischen den einzelnen Figuren jeweils. | ||
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Das Besondere an diesem Paar ist, dass beide Deckel außen geschnitz sind. Das war bisher von Pāla- Deckeln nicht bekannt. | Das Besondere an diesem Paar ist, dass beide Deckel außen geschnitz sind. Das war bisher von Pāla- Deckeln nicht bekannt. | ||
Die Deckel sind innen bemalt, wie bei Pāla-Handschriften üblich. | Die Deckel sind innen bemalt, wie bei Pāla-Handschriften üblich. | ||
Die Malerei ist in manchen Einzelheiten mit der eines Deckels des 11. Jh. In Los Angeles vergleichbar ( | Die Malerei ist in manchen Einzelheiten mit der eines Deckels des 11. Jh. In Los Angeles vergleichbar ([[Literaturliste_Tibetische_Buchdeckel|''Light of Asia'' (1984)]], No. 7, S. 59 und [[Literaturliste_Tibetische_Buchdeckel|Meech/Pal, ''Buddhist book illuminations'' (1988)]], Pl. 17 und S. 73f.) | ||
Dieses Deckelpaar ist ein sehr wichtiges Bindeglied zwischen den indischen und tibetischen Deckeln. Es zeigt, dass gewisse Elemente der Deckelgestaltung schon in Indien vorhanden waren, wenn auch sehr selten, die dann in Tibet ausgebaut wurden: Die Bearbeitung der Außenseiten mit Schnitzerei und einem umgebenden Lotusblätterrand, wenngleich dieser hier nur gemalt ist. | Dieses Deckelpaar ist ein sehr wichtiges Bindeglied zwischen den indischen und tibetischen Deckeln. Es zeigt, dass gewisse Elemente der Deckelgestaltung schon in Indien vorhanden waren, wenn auch sehr selten, die dann in Tibet ausgebaut wurden: Die Bearbeitung der Außenseiten mit Schnitzerei und einem umgebenden Lotusblätterrand, wenngleich dieser hier nur gemalt ist. | ||
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Version vom 30. Juli 2018, 14:13 Uhr
| Übersicht | |
| Signatur | Cod.sanscr. 600(1 |
| Maße | 64 mm x 579 mm x 13 mm |
| Datierung | 12. Jh. |
| Ort | Bihar oder Bengalen |
| Objekttyp | Buchdeckel, asiatisch |
| Katalogisierungsebene | Gesamtaufnahme (item) |
| Klassifizierung | Kategorie:Schnitzkunst |
| Kategorie | Tibetische Buchdeckel |
| Kurzaufnahme zum Buchdeckel im BSB-Katalog mit weiterführenden Informationen |
| Forschungsdokumentation der BSB |
| Materialanalyse |
Beschreibung: Bayerische Staatsbibliothek, Günter Grönbold 1991, Samyo Rode 2016
Das besondere an diesem Deckelpaar ist, dass beide Deckel auf der Außenseite mit Schnitzereien versehen sind.
Zugehöriger Oberdeckel/Unterdeckel
Zugehöriger Unterdeckel: Cod.sanscr. 600(2
Entstehung
Maße
64 mm (H) x 579 mm (B) x 13 mm (T)
Binnengliederung Zierseite (außen):
Mittelfeld:
33 mm (H) x 544 mm (B)
Mittelfeldbegrenzung:
ca. 3-5 mm
Rahmen:
ca. 10-11 mm
Material und Technik
Holz, geschnitzt und mit Farbe bemalt.
Beschreibung des Äußeren
Außenseite:
Mittelfeld:
Das Mittelfeld ist in drei langrechteckige Felder mit geschnitzten floralen Ornamenten unterteilt; dioe Unterteilung wird bestimmt durch die Position der Schnurlöcher. Sie sind von einem vertieft geschnitzten Kreis umgeben; in den Vertiefungen waren ursprünglich wohl Knöpfe angebracht. Hierdruch entstehen zwei annähernd quadratische Felder mit einem vertieften Kreis. Die Schnitzerei ist insgesamt recht flach gehalten.
Mittelfeldsteg:
Das Mittelfeld ist von einem glatten, konkav gewölbten (??) Steg umgeben.
Rahmen:
Der Rand des Deckels ist glatt und bemalt mit einem Lotusblätterfries.
Innenseite (Zierseite):
Durch vertikale, gemalte Bänder mit geometrischen Motiven ist die Innenseite des Deckels in drei gleich große Felder unterteilt. Jedes Feld ist wiederum in je drei runden Bildfeldern mit figürlichen Darstellungen gegliedert.
Zustandsberichte
Die Bemalung auf der Innenseite ist teilweise stark abgerieben.
Ikonographie
Außenseite (Zierseite):
Mittelfeld:
Im mittleren Feld ist eine geschlossene Blüte zu sehen, am linken Rand des linken Feldes sowie am rechten Rand des rechten Feldes ist je eine nach außen blickende Gans dargestellt. Der Rest der drei Felder ist mit Ranken gefüllt.
Innenseite (Zierseite):
Mittelfeld:
Auf der Innenseite läuft senkrecht zu den Schnurlöchern ein gelbes Band mit einem in feinen roten Linien aufgemalten Rautenmuster (siehe hierzu: Grönbold, S. 14). In jedem der drei Felder sind drei Gottheiten abgebildet, zwischen deren Mandorlas schnurartige Ornamente mit Perlenanhängern abgebildet sind. Jede Figur sitzt auf einem Thron, dessen Spitzen über den Schultern hervorragen, und vor einem runden Polster, das durch seine Musterung erkennbar ist. Die Farbe des Kissens und er Mandorla unterscheidet sich zwischen den einzelnen Figuren jeweils. Die Zentralfigur ist Prajñāpāramitā; sie hat gelbe Körperfarbe und führt die Geste des Dharma-Rades aus. Zu beiden Seiten liegt neben ihr je ein Buch auf einer Lotusblüte. Bei den anderen Gestalten handelt es sich um Bodhisattvas, evtl. sind es die acht großen Bodhisattvas. Links von Prajñāpāramitā sitzt ein grüner Bodhisattva mit blauem Lotus, der auf ihrer rechten Seite ist von blauer Körperfarbe und hält einen weißen Lotus. Nach rechts hin sind sie der Reihe nach gelb, rot und nochmals gelb, der letzte ist recht stark abgerieben. Die beiden linken Figuren sind kaum erkennbar, der dritte von links hat eine gelbe Körperfarbe und führt mit der rechten Hand die Geste der Lehrverkündung (skt. vitarka-mudrā) zur Brust hin aus, das Attribut in der linken Hand ist nicht erkennbar. Von ihnen tragen alle eine fünfspitzige Krone, Schmuck und befinden sich in MahārājalĪlā-Haltung.
Stil und Einordnung
Das Besondere an diesem Paar ist, dass beide Deckel außen geschnitz sind. Das war bisher von Pāla- Deckeln nicht bekannt. Die Deckel sind innen bemalt, wie bei Pāla-Handschriften üblich. Die Malerei ist in manchen Einzelheiten mit der eines Deckels des 11. Jh. In Los Angeles vergleichbar (Light of Asia (1984), No. 7, S. 59 und Meech/Pal, Buddhist book illuminations (1988), Pl. 17 und S. 73f.) Dieses Deckelpaar ist ein sehr wichtiges Bindeglied zwischen den indischen und tibetischen Deckeln. Es zeigt, dass gewisse Elemente der Deckelgestaltung schon in Indien vorhanden waren, wenn auch sehr selten, die dann in Tibet ausgebaut wurden: Die Bearbeitung der Außenseiten mit Schnitzerei und einem umgebenden Lotusblätterrand, wenngleich dieser hier nur gemalt ist.
Provenienz
1990 von James Singer, London für die BSB erworben.
Literaturhinweise
Grönbold, Tibetische Buchdeckel (1991), S. 24f.
Light of Asia (1984), No. 7, S. 59
Meech/Pal, Buddhist book illuminations (1988).