ESlg/Asc. 5537 r Einband Hauptaufnahme: Unterschied zwischen den Versionen

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==Beschreibung des Äußeren==
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'''Vorderdeckel:'''
'''Vorder- und Rückdeckel:'''
Figürliche Szene mit Figuren in [[Technik::Halbrelief]] …  Ornamentaler Dekor in Form von … begrenzen die figürliche Darstellung oben und unten.
Figürliche Szene mit Figuren in [[Technik::Hochrelief]], umzogen von schmaler Rahmenleiste. Darüber – zuseiten einer Kartusche mit figürlicher Szene – zwei vor [[Ikonographie::Akanthus (Rahmenornament)|Akanthusranken]] schwebende Engelsputti, die jeweils eine Blütengirlande halten. Unten in der Mitte Engelskopf, der seitlich von Blütengirlanden über Akanthusranken eingefasst wird.
 
 
'''Schließen''':
 
Stehende jünglingshafte Engel in ganzer Figur, die einen blumengefüllten Korb auf dem Kopf tragen.
 
'''Rücken''':
 
Figürliche Szene mit Figuren in Hochrelief, umzogen von schmaler Rahmenleiste. Darüber und darunter jeweils eine von Blatt- und Blütengirlanden eingefasste [[Ikonographie::Kartusche (Ornament)|Kartusche]] mit figürlicher Szene.
 
 
'''Kapitalschutz''':
 
Akanthusranken.




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== Zustandsberichte ==
== Zustandsberichte ==


[...]
Stellenweise oxidiert.
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'''Vorderdeckel:'''  
'''Vorderdeckel:'''  


Heimsuchung; in oberer Kartusche: Geburt Christi.
[[Ikonographie::Heimsuchung]]; in oberer Kartusche: Anbetung des Kindes durch Maria und Joseph.




'''Rückdeckel:'''  
'''Rückdeckel:'''  


Besuch Jesu bei Maria und Martha; in oberer Kartusche: Taufe Christi im Jordan.  
Besuch Jesu bei den Schwestern Maria und Martha; in oberer Kartusche: [[Ikonographie::Taufe Christi|Taufe Christi im Jordan]].  




'''Rücken:'''  
'''Rücken:'''  


Kreuzigung Christi; in oberer Kartusche: Auferstehung Christi; in unterer Kartusche: Christus im Garten Gethsemane (Gebet am Ölberg).  
[[Ikonographie::Kreuzigung Christi]]; in oberer Kartusche: Auferstehung Christi; in unterer Kartusche: Christus im Garten Gethsemane (Gebet am Ölberg).


'''Schließen:'''
'''Schließen:'''


Stehender Engel mit blumengefülltem Korb auf dem Haupt.
Stehender jünglingshafter Engel in ganzer Figur mit blumengefülltem Korb auf dem Haupt.


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== Stil und Einordnung ==
== Stil und Einordnung ==


Kompositorisch verwandt ist ein wohl um 1710-1720 im Umkreis des Augsburger Goldschmieds Johann Andreas Thelot entstandener Buchdeckel im Bayerischen Nationalmuseum, Inv.-Nr. R 8713, R 8714 (Ausst.-Kat. München 1989, S. 96, Nr. 195, mit Abb.; siehe auch den Bleiabguss eines stilistisch verwandten Einbands  im Bayerischen Nationalmuseum, Inv.-Nr. Met 2830-2832, ebd., S. 95, Nr. 193, mit Abb.), der auf Vorder- und Rückdeckel ebenfalls in den oberen Zwickeln zwei Engelsputti und unten in der Mitte den von zwei Festons eingefassten Kopf eines Engels zeigt. Der einerseits durch die stark plastisch-bewegte Modellierung der Reliefs, andererseits durch die detaillierte Darstellung des die Figuren hinterfangenden Fonds gekennzeichnete Silbereinband Sign. E.-Slg. Asc. 5537 r ist Johann Andreas Thelot oder einem in dessen Umkreis tätigen Goldschmied zuzuweisen (zu Johann Andreas Thelot siehe zuletzt Schnackenburg- Praël 2016 und Ausst.-Kat. Augsburg 2016, S. 160-165, Nr. 27-28 [Christoph Emmendörffer]).
Der Silbereinband wurde gewiss eigens für das 1696 in Nürnberg gedruckte Andachtsbuch von beträchtlichem Umfang gefertigt, so dass eine Datierung des Buchdeckels um oder bald nach 1696 naheliegt. In Entsprechung zur Bestimmung des Gebetbuchs für die Andacht des „christ-löblichen Gott- und Tugend-liebenden Frauenzimmers“ zeigen Vorder- und Rückdeckel zwei vielfigurige Reliefs mit ausgesprochen weiblicher Thematik: die Heimsuchung und den Besuch Jesu bei den Schwestern Maria und Martha (die Darstellung entspricht exakt dem Bericht bei LK 10, 38–42: Maria, zu den Füßen Jesu sitzend, hört seiner Rede zu, während Martha „sich viel zu schaffen“ macht, „ihm zu dienen“). In der Gesamtkomposition ist der Buchdeckel eng verwandt mit einem im Bayerischen Nationalmuseum (Inv.-Nr. Met 2830–2832; [[Literaturliste_Westliche_Prachteinbände|Seelig, ''Modell und Ausführung in der Metallkunst'' (1989)]], 95, Nr. 193) bewahrten zeitgenössischen Bleiabguss eines wohl um 1690–1700 entstandenen, heute verlorenen Silberbuchdeckels, der auf den Umkreis des Augsburger Goldschmieds Johann Andreas Thelot zurückgeht. Sehr ähnlich ist ein 2017 von der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg (Sign. 17 A 123) erworbener Silbereinband, der auf Vorder- und Rückdeckel ebenfalls in den oberen Zwickeln zwei Engelsputti und unten Festons – hier jeweils mit einem Engelskopfpaar – aufweist. Stilistisch lassen die Reliefs des Buchdeckels Sign. ESlg./Asc. 5537 r die Nähe zu den Werken des erwähnten Augsburger Goldschmieds Johann Andreas Thelots erkennen (zu Thelot siehe [[Literaturliste_Westliche_Prachteinbände|Praël-Himmer, ''Der Augsburger Goldschmied Johann Andreas Thelot'' (1978)]] sowie zuletzt [[Literaturliste_Westliche_Prachteinbände|Schnackenburg-Praël, ''???'' (2016)]] und [[Literaturliste_Westliche_Prachteinbände|Viermetz, ''Glückliche Momente'' (2016)]], 160–165, Nr. 27–28 (Christoph Emmendörffer)), ohne aber deren Qualität zu erreichen (siehe auch die Angaben in der Beschreibung zu ESlg/Asc. 5545 c). Bemerkenswert sind vor allem auch die gegossenen Schließen in Form von jünglingshaften Engeln, die einen blumengefüllten Korb auf dem Kopf tragen.


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== Literaturhinweise ==  
== Literaturhinweise ==  


Ausst.-Kat. Augsburg 2016, S. 160-165, Nr. 27-28 [Christoph Emmendörffer].
[[Literaturliste_Westliche_Prachteinbände|Praël-Himmer, ''Der Augsburger Goldschmied Johann Andreas Thelot'' (1978)]].
 
[[Literaturliste_Westliche_Prachteinbände|Seelig, ''Modell und Ausführung in der Metallkunst'' (1989)]], 95, Nr. 193.
 
[[Literaturliste_Westliche_Prachteinbände|Viermetz, ''Glückliche Momente'' (2016)]], 160–165, Nr. 27–28 (Christoph Emmendörffer).
 
[[Literaturliste_Westliche_Prachteinbände|Schnackenburg-Praël, ''???'' (2016)]].


Schnackenburg- Praël 2016.
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Version vom 24. Juli 2018, 11:21 Uhr

Übersicht
Signatur ESlg/Asc. 5537 r#Einband
Maße 125 mm x 63 mm x 46mm
Datierung Anfang 18. Jh.
Ort Mitteleuropa ? Augsburg
Objekttyp Silbereinband
Katalogisierungsebene Gesamtaufnahme (item)
Klassifizierung Kategorie:Goldschmiedekunst
Kategorie Westliche Prachteinbände

Beschreibung: Lorenz Seelig, 2017


Informationen zum Trägerband

Überliefert mit: Druckschrift München, Bayerische Staatsbibliothek, ESlg/Asc. 5537 r : Johann Cundisius, Geistlicher Perlenschmuck: oder, des christ-löblichen Gott- und Tugend-liebenden Frauenzimmers aller-edelster Leibs- und Seelen-Zierrath, Nürnberg, 1696.


Entstehung

Umkreis Johann Andreas Thelot, Goldschmied, um oder bald nach 1696. Mitteleuropa: Augsburg.


Komponenten

Vorderdeckel:

1 getriebene Silberplatte


Rückdeckel:

1 getriebene Silberplatte

2 gegossene Schließen


Rücken:

1 getriebene Silberplatte

Kapitalschutz unten und oben angelötet

14 Scharniere


Maße

Gesamt:

125 mm x 63 mm x 46 mm


Vorderdeckel:

125 mm x 63 mm x 3 mm


Rückdeckel:

125 mm x 63 mm x 3 mm


Rücken:

126 mm x 50 mm


Material und Technik

Vorder- und Rückdeckel:

Auf einen Holzdeckel ist die getriebene Platte aus Silberblech aufgebracht. Silber, getrieben, ziseliert, punziert, graviert. Verschiedene separat gearbeitete plastische Elemente sind auf das Relief aufgelötet.


Schließen:

Silber, gegossen, graviert.


Rücken:

Silber, getrieben, ziseliert, punziert, graviert.


Kapitalschutz:

Silber, getrieben, ziseliert, punziert.


Beschreibung des Äußeren

Vorder- und Rückdeckel: Figürliche Szene mit Figuren in Hochrelief, umzogen von schmaler Rahmenleiste. Darüber – zuseiten einer Kartusche mit figürlicher Szene – zwei vor Akanthusranken schwebende Engelsputti, die jeweils eine Blütengirlande halten. Unten in der Mitte Engelskopf, der seitlich von Blütengirlanden über Akanthusranken eingefasst wird.


Schließen:

Stehende jünglingshafte Engel in ganzer Figur, die einen blumengefüllten Korb auf dem Kopf tragen.

Rücken:

Figürliche Szene mit Figuren in Hochrelief, umzogen von schmaler Rahmenleiste. Darüber und darunter jeweils eine von Blatt- und Blütengirlanden eingefasste Kartusche mit figürlicher Szene.


Kapitalschutz:

Akanthusranken.


Überarbeitungsstadien

[...]


Restaurierung

[...]


Zustandsberichte

Stellenweise oxidiert.


Ikonographie

Vorderdeckel:

Heimsuchung; in oberer Kartusche: Anbetung des Kindes durch Maria und Joseph.


Rückdeckel:

Besuch Jesu bei den Schwestern Maria und Martha; in oberer Kartusche: Taufe Christi im Jordan.


Rücken:

Kreuzigung Christi; in oberer Kartusche: Auferstehung Christi; in unterer Kartusche: Christus im Garten Gethsemane (Gebet am Ölberg).

Schließen:

Stehender jünglingshafter Engel in ganzer Figur mit blumengefülltem Korb auf dem Haupt.


Stil und Einordnung

Der Silbereinband wurde gewiss eigens für das 1696 in Nürnberg gedruckte Andachtsbuch von beträchtlichem Umfang gefertigt, so dass eine Datierung des Buchdeckels um oder bald nach 1696 naheliegt. In Entsprechung zur Bestimmung des Gebetbuchs für die Andacht des „christ-löblichen Gott- und Tugend-liebenden Frauenzimmers“ zeigen Vorder- und Rückdeckel zwei vielfigurige Reliefs mit ausgesprochen weiblicher Thematik: die Heimsuchung und den Besuch Jesu bei den Schwestern Maria und Martha (die Darstellung entspricht exakt dem Bericht bei LK 10, 38–42: Maria, zu den Füßen Jesu sitzend, hört seiner Rede zu, während Martha „sich viel zu schaffen“ macht, „ihm zu dienen“). In der Gesamtkomposition ist der Buchdeckel eng verwandt mit einem im Bayerischen Nationalmuseum (Inv.-Nr. Met 2830–2832; Seelig, Modell und Ausführung in der Metallkunst (1989), 95, Nr. 193) bewahrten zeitgenössischen Bleiabguss eines wohl um 1690–1700 entstandenen, heute verlorenen Silberbuchdeckels, der auf den Umkreis des Augsburger Goldschmieds Johann Andreas Thelot zurückgeht. Sehr ähnlich ist ein 2017 von der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg (Sign. 17 A 123) erworbener Silbereinband, der auf Vorder- und Rückdeckel ebenfalls in den oberen Zwickeln zwei Engelsputti und unten Festons – hier jeweils mit einem Engelskopfpaar – aufweist. Stilistisch lassen die Reliefs des Buchdeckels Sign. ESlg./Asc. 5537 r die Nähe zu den Werken des erwähnten Augsburger Goldschmieds Johann Andreas Thelots erkennen (zu Thelot siehe Praël-Himmer, Der Augsburger Goldschmied Johann Andreas Thelot (1978) sowie zuletzt Schnackenburg-Praël, ??? (2016) und Viermetz, Glückliche Momente (2016), 160–165, Nr. 27–28 (Christoph Emmendörffer)), ohne aber deren Qualität zu erreichen (siehe auch die Angaben in der Beschreibung zu ESlg/Asc. 5545 c). Bemerkenswert sind vor allem auch die gegossenen Schließen in Form von jünglingshaften Engeln, die einen blumengefüllten Korb auf dem Kopf tragen.


Provenienz

Auf dem vorderen Spiegel Exlibris: “The Hobby Rider Being the Book Plate of A. Edward Newton”. Auf dem hinteren Spiegel Etikett des New Yorker Antiquars William Salloch, Pines Bridge Road, Ossining, N.Y. 10562.


Literaturhinweise

Praël-Himmer, Der Augsburger Goldschmied Johann Andreas Thelot (1978).

Seelig, Modell und Ausführung in der Metallkunst (1989), 95, Nr. 193.

Viermetz, Glückliche Momente (2016), 160–165, Nr. 27–28 (Christoph Emmendörffer).

Schnackenburg-Praël, ??? (2016).