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Chinesischer Buchdeckel (Oberdeckel) - BSB Cod.tibet. 634

Übersicht
Signatur Cod.tibet. 634
Maße 150 mm x 641 mm x 12 mm
Datierung ca. 18./19. Jh.
Ort China
Objekttyp Buchdeckel, asiatisch
Katalogisierungsebene Gesamtaufnahme (item)
Klassifizierung Malerei
Kategorie Tibetische Buchdeckel

Beschreibung: Günter Grönbold/Samyo Rode. Bayerische Staatsbibliothek, 1991/2016.


Chinesischer Buchdeckel mit Bemalung und Schnitzereien verziert.

Entstehung

unbekannt, ca. 18. Jh./19. Jh. in China.


Maße

Oberdeckel:

150 mm x 641 mm x 12 mm


Außenseite:

Mittelfeld:

106 mm x 548 mm


Material und Technik

Pappe (oder Holz?) mit Brokat überzogen.


Zu den Ergebnissen der materialwissenschaftlichen und kunsttechnologischen Untersuchungen durch das Institut für Bestandserhaltung und Restaurierung (IBR).


Beschreibung des Äußeren

Der Deckel besteht aus drei Schichten brokatüberzogener Pappe (nach Lange sollte die Basis Holz sein, vgl. Lange, Die Kanjur-Deckel (1966), 57-63, hier Taf. XI-XV), die zusammengeklebt sind. Zwei der Schichten sind dabei auf der Innenseite des Deckels in der Mitte ausgeschnitten. So bildet sich ein vertieftes Feld, in dem das erste Blatt der Handschrift zu sehen ist, das auf der Innenseite des äußeren Kartons aufgelegt ist.

Nur bei der äußeren Schicht ist der verwendete Stoff zu erkennen. Es handelt sich um roten Brokat, in den Drachen und Wolkenformationen in verschiedenen Farben eingewebt sind. Der Stoff des mittleren Kartons zeigt nur einen Goldfaden. Auf dem inneren ist ein blau und grün gehaltener Brokat aufgezogen, in den Felder mit Blüten und Mustern eingewebt sind. Das Blatt der Handschrift ist schwarz lackiert, die Schriftzeilen alternieren in Gold und Silber. Ferner befinden sich auf dem Blatt links, in der Mitte und rechts je eine Miniatur.

Am oberen Rand des vertieften Mittelfeldes sind drei Seidentücher angebracht, die als Vorhang das Schriftblatt bedecken. Der äußere Stoff ist außen roter Brokat mit verschiedenen Mustern; gefüttert ist er mit blauer Seide. Das nächste Tuch ist grüne, das innere rote Seide.

Der Text weist links, rechts und in der Mitte eine Miniatur auf; es ist jeweils eine figürliche Darstellung zu sehen.


Inschriften/herstellungsbezogene Marken und Zeichen

Nach dem Marginaltitel liegt Blatt i des Bandes Na [= Bd. 8] des Sa-skya bKa'-'bum, der Gesammelten Werke der Meister der Sa-skya-pa-Schule vor.


Ikonographie

Außenseite:

Mittelfeld:

Auf den sehr fein gemalten Miniaturen des Textes sind abgebildet (von links): der Lehrer Śāntibhadra, der Gott Cakrasaṃvara-Heruka und der Meister gSal-ba‘i-sñiter. Nach dem Marginaltitel liegt Blatt 1 des Bandes Na [= Bd. 8] des Sa-skya bKa'-'bum, der Gesammelten Werke der Meister der Sa-skya-pa-Schule vor.


Stil und Einordnung

Die Art der Deckelgestaltung ist typisch für die Ausstattung tibetischer und mongolischer Kanon-Texte im Peking des 18./19.Jh. (Lange, Die Kanjur-Deckel (1966), 57-63, hier Taf. XI-XV). Doch zeigt gerade der vorliegende Deckel, dass nicht nur kanonische Schriften so geschmückt wurden.


Provenienz

1990 bei J. Singer in London für die BSB erworben.


Literaturhinweise

Grönbold, Tibetische Buchdeckel (1991), 136f.

Lange, Die Kanjur-Deckel (1966), 57-63, hier Taf. XI-XV.


Empfohlene Zitierweise

Günter Grönbold/Samyo Rode. Chinesischer Buchdeckel (Oberdeckel) - BSB Cod.tibet. 634. Bayerische Staatsbibliothek, 1991/2016.

URL: https://einbaende.digitale-sammlungen.de/Prachteinbaende/Cod.tibet._634_Hauptaufnahme, aufgerufen am 18.10.2019