Liturg. 1457 s Einband Hauptaufnahme: Unterschied zwischen den Versionen

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Zwischen 1670 und 1734 von dem [[Goldschmied]] [[Person::Thelott, Johann Andreas|Johann Andreas Thelott]] (1655–1734) vermutlich in [[Ort::Augsburg]] angefertigt.  
Der Einband wurde wohl zwischen ca. 1680 und 1689 von dem [[Goldschmied]] [[Person::Thelott, Johann Andreas|Johann Andreas Thelott]] (1655–1734) in [[Ort::Augsburg]] als Geselle in der Werkstatt seines Vaters [[Person::Thelot, Israel|Israel Thelot]] (1616–1696) angefertigt. Der Auftraggeber ist unbekannt.
Der Einband wurde wohl zwischen ca. 1680 und 1689 in Auftrag gegeben; der Auftraggeber ist allerdings unbekannt.


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== Material und Technik ==
== Material und Technik ==


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Sitzende Maria mit Kind in großer Kartusche mit Engelsköpfen, Girlanden und Laub gerahmt.  
Sitzende weibliche Gestalt mit Kind in großer [[Ikonographie::Kartusche (Ornament)|Kartusche]] mit Engelsköpfen, [[Ikonographie::Girlanden]] und belaubten Zweigen.  




'''Rückdeckel''':
'''Rückdeckel''':


Sitzende gekrönte Heilige mit Märtyrerpalme und Pfeil in Händen in großer Kartusche mit Engelsköpfen, Girlanden und Laub
Sitzende gekrönte weibliche Gestalt mit Palmzweig und Pfeil in Händen, in großer Kartusche mit Engelsköpfen, Girlanden und belaubten Zweigen.
 


'''Rücken''':
'''Rücken''':


Stehender bärtiger Heiliger mit Lilien in der linken Hand in großer Kartusche mit Engelsköpfen, Girlanden und Blumen.
Stehender bärtiger Heiliger mit Lilienstängel in der rechten Hand in großer Kartusche mit Engelsköpfen, Girlanden und Blumen.
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Der Einband trägt auf dem Vorder- und Rückdeckel jeweils 1x die Marke der Stadt Augsburg (Zirbelnuss) und die Meistermarke von Israel Thelott (Anker). Johann Andreas Thelott nutzte die Marke seines Vaters Israel Thelott bis 1689. Daraus folgt eine Datierung zwischen 1680 und 1689. Zur Identifikation der Marken vgl. Seling: ''Die Kunst der Augsburger Goldschmiede 1529 - 1868. Meister, Marken, Werke'', Bd. 3, 1980, Nr. 1593.
Der Einband trägt auf dem Vorder- und Rückdeckel jeweils 1 x das Beschauzeichen der Stadt Augsburg (Zirbelnuss oder Pyr) sowie die Meistermarke von [[Person::Thelot, Israel|Israel Thelot]] (Anker im Schild). Bevor [[Person::Thelott, Johann Andreas|Johann Andreas Thelott]] 1689 die Meisterwürde in Augsburg erlangte, führte er als Geselle zahlreiche Goldschmiedewerke in der Werkstatt seines Vaters Israel aus und verwendete dabei dessen Meistermarke. Daraus ergibt sich eine Datierung des Buchdeckels zwischen ca. 1680 und 1689. Das Beschauzeichen ist ähnlich wie oder identisch mit [[Literaturliste_Westliche_Prachteinbände|Seling, ''Augsburger Gold- und Silberschmiede'' (2007)]], Nr. 0790, 0800, 0810 (1679–1683), das Meisterzeichen entspricht [[Literaturliste_Westliche_Prachteinbände|Seling, ''Augsburger Gold- und Silberschmiede'' (2007)]], Nr. 1593q.




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[[Literaturliste_Westliche_Prachteinbände|Seling, ''Augsburger Gold- und Silberschmiede'' (2007)]], Nr. 0790, 0800, 0810, 1593q.


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Version vom 24. Juli 2018, 12:43 Uhr

Übersicht
Signatur ESlg/Liturg. 1457 s#Einband
Maße 165 mm x 102 mm x 46 mm
Datierung 1670 - 1734
Ort Augsburg
Objekttyp Silbereinband
Katalogisierungsebene Gesamtaufnahme (item)
Klassifizierung Kategorie:Goldschmiedekunst
Kategorie Westliche Prachteinbände

Beschreibung: Lorenz Seelig, 2018


Augsburger Goldschmiedearbeit (Treibarbeit) des 17. Jahrhunderts.

Informationen zum Trägerband

Der Bucheinband gelangte zunächst ohne Buch oder Handschrift in die BSB. Heute befindet sich lose eingelegt folgender Druck darin: Evangelia et epistolae, pro dominicis et festis diebus cum textu Latino & Germanico juxta Formam Missalis Romani dispositae = Sonn- und Feyr-Tägliche Evangelia und Episteln für das gantze Jahr mit dem lateinischen und teutschen Text nach Brauch und Norm des Römischen Missal von neuem mit sonderlichem Fleiß durch C. Erhardt, SS. Th. D. eingericht auch mit 92. schönen Kupffern für alle Sonn- und Feyr-Tag ausgeziehret. Augsburg. Sumptibus J. Eisenbarth, Bibliopolae 1719. ESlg/Liturg. 1457 s.


Entstehung

Der Einband wurde wohl zwischen ca. 1680 und 1689 von dem Goldschmied Johann Andreas Thelott (1655–1734) in Augsburg als Geselle in der Werkstatt seines Vaters Israel Thelot (1616–1696) angefertigt. Der Auftraggeber ist unbekannt.


Komponenten

10 Schaniere


Maße

Gesamt:

165 mm x 102 mm x 46 mm


Vorderdeckel:

165 mm x 102 mm x 1 mm, Treibarbeit bis zu 10 mm


Rückdeckel:

165 mm x 102 mm x 1 mm, Treibarbeit bis zu 10 mm


Rücken:

165 mm x 45 mm


Material und Technik

Silber, getrieben, ziseliert, punziert.


Beschreibung des Äußeren

Vorderdeckel:

Sitzende weibliche Gestalt mit Kind in großer Kartusche mit Engelsköpfen, Girlanden und belaubten Zweigen.


Rückdeckel:

Sitzende gekrönte weibliche Gestalt mit Palmzweig und Pfeil in Händen, in großer Kartusche mit Engelsköpfen, Girlanden und belaubten Zweigen.

Rücken:

Stehender bärtiger Heiliger mit Lilienstängel in der rechten Hand in großer Kartusche mit Engelsköpfen, Girlanden und Blumen.


Inschriften/herstellungsbezogene Marken und Zeichen

Marken:

Der Einband trägt auf dem Vorder- und Rückdeckel jeweils 1 x das Beschauzeichen der Stadt Augsburg (Zirbelnuss oder Pyr) sowie die Meistermarke von Israel Thelot (Anker im Schild). Bevor Johann Andreas Thelott 1689 die Meisterwürde in Augsburg erlangte, führte er als Geselle zahlreiche Goldschmiedewerke in der Werkstatt seines Vaters Israel aus und verwendete dabei dessen Meistermarke. Daraus ergibt sich eine Datierung des Buchdeckels zwischen ca. 1680 und 1689. Das Beschauzeichen ist ähnlich wie oder identisch mit Seling, Augsburger Gold- und Silberschmiede (2007), Nr. 0790, 0800, 0810 (1679–1683), das Meisterzeichen entspricht Seling, Augsburger Gold- und Silberschmiede (2007), Nr. 1593q.


Vorderdeckel:

Abb. 1: Meistermarke Thelott (unten links)

Abb. 2: Zirbelnuss Augsburg (unten rechts)


Rückdeckel:

Abb. 1: Augsburg (unten links)

Abb. 2: Thelott (unten rechts)


Zustandsberichte

Gut.


Ikonographie

Vorderdeckel:

Sitzende Maria mit Kind in großer Kartusche mit Engelsköpfen, Girlanden und Laub verziert.


Rückdeckel:

Sitzende gekrönte Heilige mit Märtyrerpalme und Pfeil in Händen (wohl hl. Ursula) in großer Kartusche mit Engelsköpfen, Girlanden und Laub.


Buchrücken:

Der Buchrücken ist an beiden Seiten mit fünf silbernen Scharnieren mit den Buchdeckeln verbunden. Stehender bärtiger Heiliger (wohl Josef) mit Lilien in der linken Hand in großer Kartusche mit Engelsköpfen, Girlanden und Blumen.


Stil und Einordnung

Barock


Provenienz

Der Einband war ursprünglich im Besitz von John Roland Abbey (gest. 1969) und wurde 1986 über den Antiquariatshandel für die Bayerische Staatsbibliothek erworben. Auf der Box des Einbandes findet sich ein aufgeklebtes Signaturschild ("JA 7352").


Literaturhinweise

Seling, Augsburger Gold- und Silberschmiede (2007), Nr. 0790, 0800, 0810, 1593q.


Prachteinbände 870–1685, S. 35f., Kat.-Nr. 22.

Praël-Himmer, Der Augsburger Goldschmied Johann Andreas Thelot, 1978.

Remak-Honnef/Hermann: Katalog der lateinischen Handschriften der Staatsbibliothek München, 1991, S. 18.

Seling: Die Kunst der Augsburger Goldschmiede 1529 - 1868. Meister, Marken, Werke, Bd. 3, 1980.