Clm 6831 Einband Hauptaufnahme: Unterschied zwischen den Versionen
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Bei diesem mittelalterlichen [[Klassifikation::Goldschmiedeeinband]] mit [[Clm 6831 Einband Spolie Elfenbeintafel| Elfenbein]] aus dem Kanonikerstift St. Andreas in [[Ort::Freising]] handelt es sich um ein Pendant zum [[Clm 6832 Einband Hauptaufnahme| Einband von Clm 6832]]. Beide Deckel gehören unmittelbar zusammen, ursprünglich war der Vorderdeckel wohl Bestandteil des Einbandes von Clm 6832. Das Mittelfeld des Einbandes bildet eine als Spolie verwendete byzantinische Elfenbeintafel aus dem späten 10. Jahrhundert, das von Rahmenleisten aus [[Technik::Vergoldung|vergoldetem]] und [[Technik::Gravur|graviertem]] [[Material::Kupfer|Kupferblech]], die aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts stammen, umgeben ist. | Bei diesem mittelalterlichen [[Klassifikation::Goldschmiedeeinband]] mit [[Clm 6831 Einband Spolie Elfenbeintafel| Elfenbein]] aus dem Kanonikerstift St. Andreas in [[Ort::Freising]] handelt es sich um ein Pendant zum [[Clm 6832 Einband Hauptaufnahme| Einband von Clm 6832]]. Beide Deckel gehören unmittelbar zusammen, ursprünglich war der Vorderdeckel wohl Bestandteil des Einbandes von Clm 6832. Das Mittelfeld des Einbandes bildet eine als Spolie verwendete byzantinische Elfenbeintafel aus dem späten 10. Jahrhundert, das von Rahmenleisten aus [[Technik::Vergoldung|vergoldetem]] und [[Technik::Gravur|graviertem]] [[Material::Kupfer|Kupferblech]], die aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts stammen, umgeben ist. | ||
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Unbekannter Künstler, [[Rolle des Urhebers::Goldschmied]], Mitte bis 2. Hälfte 11. Jh. Mitteleuropa: [[Ort::Bayern]] | Unbekannter Künstler, [[Rolle des Urhebers::Goldschmied]], Mitte bis 2. Hälfte 11. Jh. Mitteleuropa: [[Ort::Bayern]] | ||
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280 mm x 191 mm x 17 mm | 280 mm x 191 mm x 17 mm | ||
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obere Leisten: 60 mm x 132 mm, untere Leisten: 58–59 mm x 134–135 mm, linke Leiste: 280 mm x 29–30 mm, rechte Leiste: 279 mm x 27–31 mm. | obere Leisten: 60 mm x 132 mm, untere Leisten: 58–59 mm x 134–135 mm, linke Leiste: 280 mm x 29–30 mm, rechte Leiste: 279 mm x 27–31 mm. | ||
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280 mm x 197 mm x 13 mm | 280 mm x 197 mm x 13 mm | ||
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Die [[Beschreibung des Äußeren::Leiste|Leisten]] aus [[Technik::Vergoldung|vergoldetem]] und [[Technik::Gravur|graviertem]] [[Material::Kupfer|Kupferblech]] sind auf einen mit rotem [[Material::Leder]] bezogenen [[Material::Holz|Holzdeckel]] genagelt. An den Seiten sind sie vertikal, oben und unten horizontal ausgerichtet, so dass sie sich an den Seiten überlagern. An der Vorder- und Unterkante sind die [[Material::Metall|Metallstreifen]] aus vergoldetem Kupferblech ebenfalls [[Technik::genagelt|aufgenagelt]] und um die Oberkante gelegt. Zur Elfenbeintafel siehe die separate Beschreibung. | Die [[Beschreibung des Äußeren::Leiste|Leisten]] aus [[Technik::Vergoldung|vergoldetem]] und [[Technik::Gravur|graviertem]] [[Material::Kupfer|Kupferblech]] sind auf einen mit rotem [[Material::Leder]] bezogenen [[Material::Holz|Holzdeckel]] genagelt. An den Seiten sind sie vertikal, oben und unten horizontal ausgerichtet, so dass sie sich an den Seiten überlagern. An der Vorder- und Unterkante sind die [[Material::Metall|Metallstreifen]] aus vergoldetem Kupferblech ebenfalls [[Technik::genagelt|aufgenagelt]] und um die Oberkante gelegt. Zur Elfenbeintafel siehe die separate Beschreibung. | ||
'''Rückdeckel''': | '''Rückdeckel''': | ||
Rot gegerbtes Leder mit Streicheisenlinien. | Rot gegerbtes Leder mit Streicheisenlinien. | ||
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Rot gegerbtes Leder. | Rot gegerbtes Leder. | ||
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Siehe die separate Beschreibung der [[Clm 6831 Einband Spolie Elfenbeintafel| Elfenbeintafel]]. | Siehe die separate Beschreibung der [[Clm 6831 Einband Spolie Elfenbeintafel| Elfenbeintafel]]. | ||
''Rahmen'': | ''Rahmen'': | ||
Das Mittelfeld ist umgeben von vergoldeten Rahmenleisten, die mit [[Beschreibung de Äußeren::Ranke|Rankenwerk]] graviert sind. Während die Ranken auf den quer gelagerten Leisten eine zierlichere Form haben, sind sie auf den beiden Seitenleisten fleischiger. Partiell überdecken die Rahmenleisten den Rand der Elfenbeintafel. | Das Mittelfeld ist umgeben von vergoldeten Rahmenleisten, die mit [[Beschreibung de Äußeren::Ranke|Rankenwerk]] graviert sind. Während die Ranken auf den quer gelagerten Leisten eine zierlichere Form haben, sind sie auf den beiden Seitenleisten fleischiger. Partiell überdecken die Rahmenleisten den Rand der Elfenbeintafel. | ||
'''Rückdeckel''': | '''Rückdeckel''': | ||
Rotes Leder, teilweise mit Streicheisenlinien. Zentriert am vorderen Rand das Gegenblech einer nicht mehr erhaltenen Schließe. | Rotes Leder, teilweise mit Streicheisenlinien. Zentriert am vorderen Rand das Gegenblech einer nicht mehr erhaltenen Schließe. | ||
'''Rücken''': | '''Rücken''': | ||
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Braunes Leder, zwei [[Art der Inschrift::Signaturenschild|Signaturschildchen]]: Frising S. Andrea 1.; Cod. lat. 6831 | Braunes Leder, zwei [[Art der Inschrift::Signaturenschild|Signaturschildchen]]: Frising S. Andrea 1.; Cod. lat. 6831 | ||
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== Überarbeitungsstadien == | == Überarbeitungsstadien == | ||
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Vermutlich wurde der Vorderdeckel im 16. Jahrhundert in den Einband eingefügt; zu diesem Zeitpunkt dürfte der Einband in rotem Leder entstanden sein. Er dürfte vormals den Vorderdeckel von Clm 6832 gebildet haben. Es ist wahrscheinlich, dass diese Übertragung des Einbandes im Zusammenhang mit der Einsetzung des Widmungsbildes Bischof Ellenhards von Freising (1052–1078) auf fol. 2r steht, das ebenfalls aus Clm 6832 stammt und dessen Bildinschrift aus dem 16. Jahrhundert die Schenkung der Handschrift durch Ellenhard betont. Somit dürfte diese Übertragung der Memoria des Stiftgründers dienen (vgl. die Pendant-Einbände Clm 16002 und 16003 sowie Clm 2938 und 2938). Im Zuge der Überführung könnten auch die Rahmenleisten der beiden Einbanddeckel getauscht worden sein: Die beiden Seitenleisten mit dem fleischigeren Rankenwerk dürften ursprünglich die Seitenleisten des Vorderdeckels von Clm 6832 gebildet haben – passend zu den Ranken der horizontal ausgerichteten Leisten. | Vermutlich wurde der Vorderdeckel im 16. Jahrhundert in den Einband eingefügt; zu diesem Zeitpunkt dürfte der Einband in rotem Leder entstanden sein. Er dürfte vormals den Vorderdeckel von Clm 6832 gebildet haben. Es ist wahrscheinlich, dass diese Übertragung des Einbandes im Zusammenhang mit der Einsetzung des Widmungsbildes Bischof Ellenhards von Freising (1052–1078) auf fol. 2r steht, das ebenfalls aus Clm 6832 stammt und dessen Bildinschrift aus dem 16. Jahrhundert die Schenkung der Handschrift durch Ellenhard betont. Somit dürfte diese Übertragung der Memoria des Stiftgründers dienen (vgl. die Pendant-Einbände Clm 16002 und 16003 sowie Clm 2938 und 2938). Im Zuge der Überführung könnten auch die Rahmenleisten der beiden Einbanddeckel getauscht worden sein: Die beiden Seitenleisten mit dem fleischigeren Rankenwerk dürften ursprünglich die Seitenleisten des Vorderdeckels von Clm 6832 gebildet haben – passend zu den Ranken der horizontal ausgerichteten Leisten. | ||
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Siehe separate Beschreibung der [[Clm 6831 Einband Spolie Elfenbeintafel| Elfenbeintafel]]. | Siehe separate Beschreibung der [[Clm 6831 Einband Spolie Elfenbeintafel| Elfenbeintafel]]. | ||
'''Rahmen''': | '''Rahmen''': | ||
Insbesondere auf der Seitenleiste an der Vorderkante ist die Vergoldung abgerieben. In der oberen Rahmenleiste ist aus dem unteren Metallstreifen an zwei Stellen Metall herausgebrochen, in der unteren Rahmenleiste fehlt ein Stück Kupferblech in der oberen Leiste. An der Vorder-, Unter- und Oberkante sind Teile des Kupferblechs herausgebrochen. | Insbesondere auf der Seitenleiste an der Vorderkante ist die Vergoldung abgerieben. In der oberen Rahmenleiste ist aus dem unteren Metallstreifen an zwei Stellen Metall herausgebrochen, in der unteren Rahmenleiste fehlt ein Stück Kupferblech in der oberen Leiste. An der Vorder-, Unter- und Oberkante sind Teile des Kupferblechs herausgebrochen. | ||
''Vorderkante'': | ''Vorderkante'': | ||
Zentriert ein Bohrloch, das auf die vormalige Anbringung des Dorns einer Schließe verweist. | Zentriert ein Bohrloch, das auf die vormalige Anbringung des Dorns einer Schließe verweist. | ||
'''Rückdeckel''': | '''Rückdeckel''': | ||
Leder stark abgeschabt und mit Fehlstellen. Zentriert an der Kante ein Gegenblech einer nicht mehr erhaltenen Schließe. | Leder stark abgeschabt und mit Fehlstellen. Zentriert an der Kante ein Gegenblech einer nicht mehr erhaltenen Schließe. | ||
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Siehe die separate Beschreibung der [[Clm 6831 Einband Spolie Elfenbeintafel| Elfenbeintafel]]. | Siehe die separate Beschreibung der [[Clm 6831 Einband Spolie Elfenbeintafel| Elfenbeintafel]]. | ||
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Zu den Elfenbeintafeln siehe die separate [[Clm 6831 Einband Spolie Elfenbeintafel| Beschreibung]]. | Zu den Elfenbeintafeln siehe die separate [[Clm 6831 Einband Spolie Elfenbeintafel| Beschreibung]]. | ||
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Goldschmidt/Weitzmann, Die byzantinischen Elfenbeinskulpturen, Bd. 2, 1934, Nr. 22a | Goldschmidt/Weitzmann, ''Die byzantinischen Elfenbeinskulpturen'', Bd. 2, 1934, Nr. 22a. | ||
Bange, ''Eine bayerische Malerschule'', 1923, S. 60. | |||
Steenbock, ''Prachteinband'', 1965, Nr. 72. | |||
''Freising, 1989'', Nr. II.14 (Marianne Reuter). | |||
''Rom und Byzanz'', 1998, Nr. 53 (Kahsnitz). | |||
Mazal, ''Frühmittelalter'', 1999, S. 269. | |||
Klemm, ''Die ottonischen und frühromanischen Handschriften'', 2004, Nr. 119. | |||
''Außen-Ansichten'', 2006, Nr. 3 (B. Hernad). | |||
''Pracht auf Pergament'', 2012, 53–54. | |||
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Version vom 29. Juni 2018, 06:27 Uhr
| Übersicht | |
| Signatur | Clm 6831#Einband |
| Maße | 280 mm x 197 mm x 66 mm |
| Datierung | Mitte bis 2. Hälfte 11. Jh. |
| Ort | Mitteleuropa: Bayern |
| Objekttyp | Elfenbeineinband |
| Katalogisierungsebene | Gesamtaufnahme (item) |
| Klassifizierung | Kategorie:Goldschmiedekunst |
| Kategorie | Westliche Prachteinbände |
| Kurzaufnahme zum Einband im BSB-Katalog mit weiterführenden Informationen |
| Kurzaufnahme der Handschrift mit weiterführenden Informationen |
| Forschungsdokumentation der BSB |
| Einbanddigitalisat |
Beschreibung: Bayerische Staatsbibliothek, Caroline Smout, 2017
Bei diesem mittelalterlichen Goldschmiedeeinband mit Elfenbein aus dem Kanonikerstift St. Andreas in Freising handelt es sich um ein Pendant zum Einband von Clm 6832. Beide Deckel gehören unmittelbar zusammen, ursprünglich war der Vorderdeckel wohl Bestandteil des Einbandes von Clm 6832. Das Mittelfeld des Einbandes bildet eine als Spolie verwendete byzantinische Elfenbeintafel aus dem späten 10. Jahrhundert, das von Rahmenleisten aus vergoldetem und graviertem Kupferblech, die aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts stammen, umgeben ist.
Informationen zum Trägerband
Überliefert mit: Handschrift München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 6831 : Evangelistar, Deutschland, Tegernsee, um oder kurz nach Mitte des 11. Jh.
Entstehung
Unbekannter Künstler, Goldschmied, Mitte bis 2. Hälfte 11. Jh. Mitteleuropa: Bayern
Komponenten
Vorderdeckel:
6 Streifen aus vergoldetem Kupferblech
Vorder- und Unterkante:
jeweils 2 Streifen aus vergoldetem Kupferblech
Rückdeckel:
Reste einer Schließe
Spolien (separate Beschreibungen verlinkt):
1 Elfenbeintafel (Ende 10. Jahrhundert)
Maße
Gesamt:
280 mm x 197 mm x 66 mm
Vorderdeckel:
280 mm x 191 mm x 17 mm
Mittelfeld:
siehe separate Beschreibung.
Rahmen:
obere Leisten: 60 mm x 132 mm, untere Leisten: 58–59 mm x 134–135 mm, linke Leiste: 280 mm x 29–30 mm, rechte Leiste: 279 mm x 27–31 mm.
Rückdeckel:
280 mm x 197 mm x 13 mm
Rücken:
280 mm x 66 mm
Material und Technik
Vorderdeckel:
Die Leisten aus vergoldetem und graviertem Kupferblech sind auf einen mit rotem Leder bezogenen Holzdeckel genagelt. An den Seiten sind sie vertikal, oben und unten horizontal ausgerichtet, so dass sie sich an den Seiten überlagern. An der Vorder- und Unterkante sind die Metallstreifen aus vergoldetem Kupferblech ebenfalls aufgenagelt und um die Oberkante gelegt. Zur Elfenbeintafel siehe die separate Beschreibung.
Rückdeckel:
Rot gegerbtes Leder mit Streicheisenlinien.
Rücken:
Rot gegerbtes Leder.
Beschreibung des Äußeren
Vorderdeckel:
Mittelfeld:
Siehe die separate Beschreibung der Elfenbeintafel.
Rahmen:
Das Mittelfeld ist umgeben von vergoldeten Rahmenleisten, die mit Rankenwerk graviert sind. Während die Ranken auf den quer gelagerten Leisten eine zierlichere Form haben, sind sie auf den beiden Seitenleisten fleischiger. Partiell überdecken die Rahmenleisten den Rand der Elfenbeintafel.
Rückdeckel:
Rotes Leder, teilweise mit Streicheisenlinien. Zentriert am vorderen Rand das Gegenblech einer nicht mehr erhaltenen Schließe.
Rücken:
Braunes Leder, zwei Signaturschildchen: Frising S. Andrea 1.; Cod. lat. 6831
Überarbeitungsstadien
Rückdeckel:
Vermutlich wurde der Vorderdeckel im 16. Jahrhundert in den Einband eingefügt; zu diesem Zeitpunkt dürfte der Einband in rotem Leder entstanden sein. Er dürfte vormals den Vorderdeckel von Clm 6832 gebildet haben. Es ist wahrscheinlich, dass diese Übertragung des Einbandes im Zusammenhang mit der Einsetzung des Widmungsbildes Bischof Ellenhards von Freising (1052–1078) auf fol. 2r steht, das ebenfalls aus Clm 6832 stammt und dessen Bildinschrift aus dem 16. Jahrhundert die Schenkung der Handschrift durch Ellenhard betont. Somit dürfte diese Übertragung der Memoria des Stiftgründers dienen (vgl. die Pendant-Einbände Clm 16002 und 16003 sowie Clm 2938 und 2938). Im Zuge der Überführung könnten auch die Rahmenleisten der beiden Einbanddeckel getauscht worden sein: Die beiden Seitenleisten mit dem fleischigeren Rankenwerk dürften ursprünglich die Seitenleisten des Vorderdeckels von Clm 6832 gebildet haben – passend zu den Ranken der horizontal ausgerichteten Leisten.
Zustandsberichte
Vorderdeckel:
Mittelfeld:
Siehe separate Beschreibung der Elfenbeintafel.
Rahmen:
Insbesondere auf der Seitenleiste an der Vorderkante ist die Vergoldung abgerieben. In der oberen Rahmenleiste ist aus dem unteren Metallstreifen an zwei Stellen Metall herausgebrochen, in der unteren Rahmenleiste fehlt ein Stück Kupferblech in der oberen Leiste. An der Vorder-, Unter- und Oberkante sind Teile des Kupferblechs herausgebrochen.
Vorderkante:
Zentriert ein Bohrloch, das auf die vormalige Anbringung des Dorns einer Schließe verweist.
Rückdeckel:
Leder stark abgeschabt und mit Fehlstellen. Zentriert an der Kante ein Gegenblech einer nicht mehr erhaltenen Schließe.
Ikonographie
Vorderdeckel:
Siehe die separate Beschreibung der Elfenbeintafel.
Stil und Einordnung
Vorderdeckel:
Stilistisch sind die Blattranken in die Entstehungszeit der Handschrift (Mitte des 11. Jh.) einzuordnen.
Zu den Elfenbeintafeln siehe die separate Beschreibung.
Provenienz
Laut einem Eintrag auf dem Vorsatzblatt Ir, der aus dem 16./17. Jh. stammt, ist die Handschrift eine Schenkung Bischof Ellenhards von Freising (1052–1078) an das von ihm gegründete Kanonikerstift St. Andreas in Freising. Das Widmungsbild (fol. 2r) ist der Handschrift nicht ursprünglich zugehörig, sondern wurde vermutlich im 16. Jahrhundert aus Clm 6832 entfernt und hier eingebunden (darauf deutet die Bildinschrift hin). Aus St. Andreas gelangte die Handschrift 1803 in die Münchner Hofbibliothek.
Literaturhinweise
Goldschmidt/Weitzmann, Die byzantinischen Elfenbeinskulpturen, Bd. 2, 1934, Nr. 22a.
Bange, Eine bayerische Malerschule, 1923, S. 60.
Steenbock, Prachteinband, 1965, Nr. 72.
Freising, 1989, Nr. II.14 (Marianne Reuter).
Rom und Byzanz, 1998, Nr. 53 (Kahsnitz).
Mazal, Frühmittelalter, 1999, S. 269.
Klemm, Die ottonischen und frühromanischen Handschriften, 2004, Nr. 119.
Außen-Ansichten, 2006, Nr. 3 (B. Hernad).
Pracht auf Pergament, 2012, 53–54.