Cod.tibet. 332 Hauptaufnahme: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 26. März 2018, 11:02 Uhr
| Übersicht | |
| Signatur | Cod.tibet. 332 |
| Maße | 263 mm x 713 mm x 44 mm |
| Datierung | 15./16. Jh. |
| Ort | Tibet/Xizang |
| Objekttyp | Buchdeckel |
| Katalogisierungsebene | Gesamtaufnahme (item) |
| Klassifizierung | Kategorie:Schnitzkunst |
| Kategorie | bindings (gathered matter components), AAT-ID: 300055023 |
| Kurzaufnahme zum Buchdeckel im BSB-Katalog mit weiterführenden Informationen |
| Forschungsdokumentation der BSB |
| Digitalisat |
Beschreibung: Günter Grönbold / Samyo Rode, 1991 / 2016
Besonders schön bei diesem Deckel ist die farbliche Gestaltung: wenig Rot und Gold vor dem Dunkelbraun des Holzes. Sehr schön ist auch die sanfte Wölbung der Schnitzerei in die Vertiefung. Das war nötig, da die Seite die Aufliegefläche des Buches war.
Entstehung
unbekannt, ca. 15./16. Jh. in Tibet/Xizang.
Maße
263 mm (H) x 713 mm (B) x 44 mm (T)
Außenseite:
Mittelfeld:
149 mm x 557 mm
Mittelfeldsteg:
10-13 mm
Rahmen:
45-49 mm
Material und Technik
Geschnitzter, vergoldeter und bemalter Buchdeckel aus schwerem Holz
Beschreibung des Äußeren
Außenseite (Zierseite):
Mittelfeld:
Das Mittelfeld enthält in diesem Fall ein weiteres Feld, das durch einen schmalen, glatten Steg abgetrennt ist. Im äußeren Streifen sind vor rotem Hintergrund 32 sitzende Figuen geschnitzt. Im zentralen Feld sind drei deutlich größere Figuren dargestellt.
Mittelfeldsteg:
Um das Mittelfeld läuft eine Perlenreihe zwischen einfachen Stegen.
Rahmen:
Der Außenrahmen ist glatt und ohne Dekoration.
Innenseite:
Die Innenseite ist ungestaltet.
Schmalseite 1:
Zwischen goldenen Ranken ist in der Mitte eine ebenfalls goldenes Schriftzeichen zu erkennen.
Längsseite 1:
Die Längsseite ist ungestaltet.
Schmalseite 2:
Die Schmalseite ist mit vergoldeter Schniterei versehen.
Längsseite 2:
Die Längsseite ist ungestaltet.
Profil:
Der Deckel weist auf der Außenseite eine geringfügeige Wölbung auf.
Zustandsberichte
Eine der Figuen des Mittelfeldes ist vollständig herausgestemmt, bei fünf Figuren fehlt der Kopf, bei weiteren vier fehlt das Unterteil.
Ikonographie
Außenseite (Zierseite):
Mittelfeld:
Im äußeren Band sind vertieft 32 Buddhafiguren eingeschnitzt. Sie sitzen jeweils auf einem Lotus vor einer doppelten glatten Mandorla und sind vergoldet. Der Raum zwischen ihnen, der sich nach außen wölbt ist rot gefasst. Den Gesten nach, die die Buddhas ausführen, handelt es sich bei ihnen um die fünf Tathāgatas. Auf diesen Streifen folgt nach innen zu wieder ein Feld (70 x 516 mm), in dem vertieft drei Gottheiten geschnitzt sind, und zwar von links: Mañjuśrī, der vierarmige Ṣaḍakṣarī-Lokeśvara und Vajrapāṇi. Sie sitzen auf einem Lotus vor einer Mandorla mit Blattrand, nur Vajrapāṇi steht mit gestrecktem linken Bein vor einer Flammenmandorla. Sie sind vergoldet mit Farbspuren und tragen die Helmkrone, die seit dem 12.Jh. vorkommt (Klimburg-Salter 1982, S. 118).
Schmalseite 1:
An der rechten Stirnseite ist ein Ruhmesantlitz zu sehen, das Ranken im Maul hat, die nach rechts und links gehen.
Schmalseite 2:
Der Buchstabe „Pha“ auf einem Lotusblatt zwischen einfachen vergoldeten Ranken auf rotem Grund gibt an, dass es sich um Band 14 handelt.
Stil und Einordnung
Ein vergleichbarer Deckel, der wohl aus derselben Werkstatt kommt, findet sich in der National Gallery of Victoria, Melbourne (Guy 1982, Nr. 27). Angabe für diesen: Western Tibet or Gyantse, 16th-17th century (?).
Provenienz
1987 von Galerie Hardt, Radevormwald für die BSB erworben.
Literaturhinweise
Grönbold (1991), S. 70f.