Clm 22021 Einband Spolie Braunfirnisplatten VD: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Prachteinbände
Wechseln zu: Navigation, Suche
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 4: Zeile 4:
| Signatur= [[Signatur::Clm 22021#Einband]]
| Signatur= [[Signatur::Clm 22021#Einband]]
| Maße = [[Maße::38 mm  x 105 mm; 40 mm  x 101 mm<!--Maße-->]]
| Maße = [[Maße::38 mm  x 105 mm; 40 mm  x 101 mm<!--Maße-->]]
| Datierung =  11. Jh.  
| Datierung =  Anfang 11. Jh.  
| Ort = [[Ort::<!-- Ort -->]]
| Ort = [[Ort::Wessobrunn]]
| Objekttyp = [[Objekttyp::<!-- Objekttyp -->]]
| Objekttyp = [[Objekttyp::<!-- Objekttyp -->]]
| Katalogisierungsebene = component
| Katalogisierungsebene = component
Zeile 56: Zeile 56:
<!--<lido:objectDescriptionSet lido:type="General">-->
<!--<lido:objectDescriptionSet lido:type="General">-->
<!--<lido:descriptiveNoteValue>-->
<!--<lido:descriptiveNoteValue>-->
Die beiden Braunfirnisplatten sind nicht originär für den Einband entstanden, da sie beschnitten und angepasst sind. Sie werden als Spolie zur Dekoration des Vorderdeckels von [[Clm 22021 Einband Hauptaufnahme|Clm 22021#Einband]] verwendet.  
Die beiden Braunfirnisplatten sind nicht originär für den Einband entstanden, da sie beschnitten und angepasst sind. Sie werden als Spolie zur Dekoration des Vorderdeckels von [[Clm 22021 Einband Hauptaufnahme|Clm 22021#Einband]] verwendet.  
Zeile 148: Zeile 147:
== Entstehung ==  
== Entstehung ==  


11. Jahrhundert
Wessobrunn (?), Anfang 11. Jh.
   
   
<!--</lido:descriptiveNoteValue>-->
<!--</lido:descriptiveNoteValue>-->
Zeile 160: Zeile 159:
== Maße ==  
== Maße ==  


Obere Platte: 38 mm  x 105 mm, untere Platte: 40 mm  x 101 mm
''Obere Platte'':  
 
38 mm  x 105 mm,  
 
''Untere Platte'':
 
40 mm  x 101 mm


<!--</lido:displayObjectMeasurements>-->
<!--</lido:displayObjectMeasurements>-->
Zeile 170: Zeile 175:
==Beschreibung des Äußeren==
==Beschreibung des Äußeren==
'''Vorderdeckel''':
''Mittelfeldbegrenzung'':


Beide Braunfirnisplatten weisen drei horizontal angeordnete Medaillons mit figürlichen Darstellungen auf. Durch Haken sind sie miteinander verbunden. Die trichterförmigen Zwischenräume sind mit vegetabiler Ornamentik aus gerollten und miteinander verschlungenen Blättern ausgefüllt.  
Beide Braunfirnisplatten weisen drei horizontal angeordnete Medaillons mit figürlichen Darstellungen auf. Durch Haken sind sie miteinander verbunden. Die trichterförmigen Zwischenräume sind mit vegetabiler Ornamentik aus gerollten und miteinander verschlungenen Blättern ausgefüllt.  
Zeile 187: Zeile 188:


== Zustandsberichte ==
== Zustandsberichte ==
'''Vorderdeckel''':
''Mittelfeldbegrenzung'':


Links fehlt eine Leiste vergoldeten Kupferblechs.
Links fehlt eine Leiste vergoldeten Kupferblechs.
Zeile 203: Zeile 200:
== Ikonographie ==
== Ikonographie ==
'''Vorderdeckel''':
''Mittelfeldbegrenzung'':


In den äußeren Medaillons auf den beiden Braunfirnisplatten ist jeweils eines der vier Evangelistensymbole dargestellt (oben Lukas und Matthäus, unten Markus und Johannes), während in den beiden mittleren Medaillons die Taube des Heiligen Geistes (oben) und die Hand Gottes vor einem Kreuz (unten) gezeigt sind.
In den äußeren Medaillons auf den beiden Braunfirnisplatten ist jeweils eines der vier Evangelistensymbole dargestellt (oben Lukas und Matthäus, unten Markus und Johannes), während in den beiden mittleren Medaillons die Taube des Heiligen Geistes (oben) und die Hand Gottes vor einem Kreuz (unten) gezeigt sind.


<!--</lido:displaySubject>-->
<!--</lido:displaySubject>-->
Zeile 224: Zeile 216:
== Stil und Einordnung ==
== Stil und Einordnung ==
 
Die langestreckten, leicht geschwungenen und dreigliedrigen Blätter lassen an die goldenen Blattranken des Widmungsbildes Abt Ramwolds im Codex Aureus ([http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0005/bsb00057171/images/index.html?fip=193.174.98.30&seite=5&pdfseitex Clm 14000, fol. 1r] {{ExternalLinkIcon}}) denken, das zwischen 975 und 1000 entstanden ist. Ebenso können die Evangelistensymbole anhand ihrer stilistischen Eigenheiten mit Buchmalereien in Verbindung gebracht werden, die zu Beginn des 11. Jahrhunderts entstanden sind. So findet sich bei den Evangelistensymbolen des Matthäus (Mensch) und Markus (Löwe) hinsichtlich der Augen mit ihren nach unten geschwungenen Lidern und den markant gebogenen Augenbrauen sowie der nach unten zeigenden Mundwinkel beziehungsweise des breit gezogenen Mauls eine gewisse Nähe etwa zu den Figuren im Evangelistenbild eines Evangeliars aus Salzburg, das um 1000 datiert wird (Clm 15904, fol. 68v, siehe dazu Klemm, Die ottonischen und frühromanischen Handschriften, 2004, Nr. 34). Auch in der Gestaltung der Löwenmähne und der Flügel finden sich Analogien. Mit einer zeitlichen Einordnung ins frühe 11. Jahrhundert sind die beiden Braunfirnisstreifen eines der ältesten Zeugnisse dieser Technik.  
'''Vorderdeckel''':
 
''Mittelfeldbegrenzung'': Die Braunfirnisstreifen gehören zu den ältesten Zeugnissen dieser Technik (Außenansichten, 2006, Nr. 6 (B. Hernad)).  
 


<!--</lido:descriptiveNoteValue>-->
<!--</lido:descriptiveNoteValue>-->
Zeile 249: Zeile 237:
<!--<lido:object>-->
<!--<lido:object>-->
<!--<lido:objectNote lido:type="shortCitation">-->
<!--<lido:objectNote lido:type="shortCitation">-->
==Literaturhinweise==


<!--</lido:objectNote>-->
<!--</lido:objectNote>-->
Wolters, Braunfirnis, 1996, S. 150, 153; Wolters, Techniken, 2010, S. 438, 445.
<!--</lido:object>-->
<!--</lido:object>-->
<!--</lido:relatedWork>-->  
<!--</lido:relatedWork>-->  

Version vom 15. Februar 2018, 17:01 Uhr

Übersicht
Signatur Clm 22021#Einband
Maße 38 mm x 105 mm; 40 mm x 101 mm
Datierung Anfang 11. Jh.
Ort Wessobrunn
Objekttyp
Katalogisierungsebene component
Klassifizierung [[:Kategorie:]]
Kategorie varnish (gathered matter components; AAT-ID: 300014974)


Beschreibung: Caroline Smout, 2017


Die beiden Braunfirnisplatten sind nicht originär für den Einband entstanden, da sie beschnitten und angepasst sind. Sie werden als Spolie zur Dekoration des Vorderdeckels von Clm 22021#Einband verwendet.


Informationen zum Trägerband

Überliefert mit: Handschrift München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 22021 : Evangeliar, Deutschland, Benediktbeuern, um 820–840 Evangeliar, Deutschland, Passau (wahrscheinlich St. Nikola), um oder kurz nach Mitte des 12. Jahrhunderts



Entstehung

Wessobrunn (?), Anfang 11. Jh.



Maße

Obere Platte:

38 mm x 105 mm,

Untere Platte:

40 mm x 101 mm


Beschreibung des Äußeren

Beide Braunfirnisplatten weisen drei horizontal angeordnete Medaillons mit figürlichen Darstellungen auf. Durch Haken sind sie miteinander verbunden. Die trichterförmigen Zwischenräume sind mit vegetabiler Ornamentik aus gerollten und miteinander verschlungenen Blättern ausgefüllt.



Zustandsberichte

Links fehlt eine Leiste vergoldeten Kupferblechs.


Ikonographie

In den äußeren Medaillons auf den beiden Braunfirnisplatten ist jeweils eines der vier Evangelistensymbole dargestellt (oben Lukas und Matthäus, unten Markus und Johannes), während in den beiden mittleren Medaillons die Taube des Heiligen Geistes (oben) und die Hand Gottes vor einem Kreuz (unten) gezeigt sind.


Stil und Einordnung

Die langestreckten, leicht geschwungenen und dreigliedrigen Blätter lassen an die goldenen Blattranken des Widmungsbildes Abt Ramwolds im Codex Aureus (Clm 14000, fol. 1r ) denken, das zwischen 975 und 1000 entstanden ist. Ebenso können die Evangelistensymbole anhand ihrer stilistischen Eigenheiten mit Buchmalereien in Verbindung gebracht werden, die zu Beginn des 11. Jahrhunderts entstanden sind. So findet sich bei den Evangelistensymbolen des Matthäus (Mensch) und Markus (Löwe) hinsichtlich der Augen mit ihren nach unten geschwungenen Lidern und den markant gebogenen Augenbrauen sowie der nach unten zeigenden Mundwinkel beziehungsweise des breit gezogenen Mauls eine gewisse Nähe etwa zu den Figuren im Evangelistenbild eines Evangeliars aus Salzburg, das um 1000 datiert wird (Clm 15904, fol. 68v, siehe dazu Klemm, Die ottonischen und frühromanischen Handschriften, 2004, Nr. 34). Auch in der Gestaltung der Löwenmähne und der Flügel finden sich Analogien. Mit einer zeitlichen Einordnung ins frühe 11. Jahrhundert sind die beiden Braunfirnisstreifen eines der ältesten Zeugnisse dieser Technik.



Literaturhinweise

Wolters, Braunfirnis, 1996, S. 150, 153; Wolters, Techniken, 2010, S. 438, 445.


38 mm x 105 mm; 40 mm x 101 mm +
Clm 22021#Einband +