Clm 16003 Einband Hauptaufnahme: Unterschied zwischen den Versionen

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xxx – Dieser spätmittelalterliche Prachteinband aus vergoldetem Messing ist das Gegenstück zum Einband des Passauer Evangelistars (Clm 16002#Einband), der in der gleichen Werkstatt hergestellt wurde.
xxx – Dieser spätmittelalterliche Prachteinband aus vergoldetem Messing ist das Gegenstück zum Einband des Passauer Evangelistars ([https://prachteinbaende.wa1smw-stg.digitale-sammlungen.de/Prachteinbaende/Clm_16002_Einband_Hauptaufnahme Clm 16002#Einband]), der in der gleichen Werkstatt hergestellt wurde.
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Version vom 19. Januar 2018, 12:03 Uhr

Übersicht
Signatur Clm 16003#Einband
Maße
Datierung um 1430–1440
Ort Mitteleuropa: Bayern, Passau
Objekttyp Einband, westlich
Katalogisierungsebene Gesamtaufnahme (item)
Klassifizierung Kategorie:Prachteinband
Kategorie


Beschreibung: Caroline Smout, 2017


xxx – Dieser spätmittelalterliche Prachteinband aus vergoldetem Messing ist das Gegenstück zum Einband des Passauer Evangelistars (Clm 16002#Einband), der in der gleichen Werkstatt hergestellt wurde.


Informationen zum Trägerband

Überliefert mit: Handschrift München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 16003 : Evangeliar, Deutschland, Passau (wahrscheinlich St. Nikola), um oder kurz nach Mitte des 12. Jahrhunderts





Entstehung

Unbekannter Künstler, Goldschmied, um 1430–1440. Mitteleuropa: Bayern, Passau.



Komponenten

Vorderdeckel:

4 Medaillons mit gravierten Metallplättchen

21 Fassungen für Edelsteine

5 Fassungen für Perlen

20 Edelsteine

4 Perlen

Rückdeckel:

5 moderne Metallbeschläge

Rücken:

3 Signaturschildchen: San-Nico 3, Cod. lat. 16003 und Cim. 161

Schließen:

2 Hakenverschlüsse mit dem Lager an der Vorderkante des Vorderdeckels als Riemenschließe (Adler, Handbuch Buchverschluss, 2010, BV.3.1.1.). Lager und Haken sowie Beschlag auf dem Rückdeckel als Riemenbefestigung aus der Entstehungszeit des Einbandes des Vorderdeckels. Das Lager zeigt den Schriftzug „ma“ auf gerastertem Grund. Auf dem Rückdeckel blütenförmiger Beschlag mit Hohlbuckel, von dem vier Blütenblätter ausgehen.

Spolien (separate Beschreibung verlinkt):

Keine



Maße

Vorderdeckel:

Die einzelnen Elemente messen xy x xy x xy mm

Rückdeckel:

Die einzelnen Elemente messen xy x xy x xy mm

Rücken:

xy x xy x xy mm



Material und Technik

Vorderdeckel:

Getriebenes vergoldetes Messing, gravierte Metallplättchen, Bergkristall, Edelsteine (bestimmen), Email.

Rückdeckel:

Leder mit fünf Metallbeschlägen

Rücken:

Leder



Beschreibung des Äußeren

Vorderdeckel:

Mittelfeld:

Auf der abgesenkten Grundfläche Hochrelief einer Figur, deren Kopf aus Bergkristall gebildet ist. Links und rechts davon in der oberen Hälfte zwei Figuren in Flachrelief. In den Zwischenräumen gefasste Edelsteine und geschwungene Blätter mit Perlen als Ornament.

Rahmen:

Auf der Außenkante des stark profilierten, hohen Rahmens sind als Schmuckelemente eingefasste Edelsteine montiert; je fünf an den Längsleisten und drei an der oberen und unteren Querleiste. Als Eckpfeiler sind in die Rahmenleisten vier hohe Fassungen mit Medaillons eingefügt, die gravierte Metallplättchen unter Glas tragen.

Goldschmuck/Filigran/etc.:

Krone auf dem Kopf der Figur in Gestalt von vegetabilem Rankenwerk geformt. Blätter in den Zwischenräumen der Figuren.

Fassungen:

Die Zargenfassungen der eckigen, ovalen wie runden Steine sind unmittelbar auf dem Grund aufgenietet. Sie haben eine bauchige Form und sind an den Oberkanten abgeschrägt. Jeweils vier einfache klammerartige Halter, die aus der Zarge herausgearbeitet sind.

Die Zargenfassungen der Medaillons sind ebenfalls unmittelbar auf dem Grund aufgenietet. Die Oberkante ist zahnbandartig gezackt, darunter verläuft ein flachgeschmiedeter Kerbdraht (CHECK am Original, ob tatsächlich flachgeschmiedeter Draht oder Runddraht).

Anordnung der Steine, Perlen, etc.':

Im Mittelfeld sind über der Figur zwei Steine und seitlich von ihr jeweils ein Stein angebracht. Zudem befinden sich seitlich von ihr Paare von Metallblättern, die gleichsam als Blüte zwischen sich eine Perle beherbergen.

An den Längsseiten des Rahmens zentriert große ovale weiße Steine, flankiert von verschiedenfarbigen kleineren Steinen; an der Ober- und Unterseite rote, grüne und blaue Steine.

Rücken:

4 dreieckige Eckbeschläge mit Rahmenleiste und (Lorbeer-)Zweigfries, im Mittelfeld einzelner (Lorbeer-)Zweig. Rautenförmiger Mittelbeschlag ebenfalls mit Rahmenleiste und (Lorbeer-)Zweigfries, im Mittelfeld Inschrift.




Inschriften/herstellungsbezogene Marken und Zeichen

Auf dem Lager der Schließe Schriftzug „ma“ (Maria) auf gerastertem Grund (Vgl. Adler, Handbuch Buchverschluss, 2010, S. 102).


Überarbeitungsstadien

Vorderdeckel:

T. Alscher fragen

Rückdeckel:

Vermutlich komplett erneuert 1789. Mittelbeschlag mit Inschrift und vier Eckbeschläge zur gleichen Zeit ergänzt.




Zustandsberichte

Vorderdeckel:

Insbesondere am Gewand Mariens, am Christuskind und den Engeln ist die aufgetragene Goldschicht abgenutzt.

An den Borten des Mariengewandes, am Kronreif sowie am Nimbus des Christusknaben befinden sich Löcher, die der Befestigung von Fassungen für Perlen oder Edelsteine gedient haben dürften.

Das Evangelistensymbol des Johannes, der Adler, weist noch Spuren von grünem, gelbem und blauem Email auf.

Rückdeckel:

Laut Inschrift auf dem Mittelbeschlag wurden die vom Wurmfraß befallenen Holzdeckel 1798 restauriert und der Messingdeckel auf den Ledereinband montiert (A Corrosione Vermium Vindicatum et Integritati Restitutum Anno 1798).




Ikonographie

Vorderdeckel:

Das vertiefte Mittelfeld füllt die thronende Madonna mit Christuskind in frontaler Ansicht. Die gekrönte Muttergottes hält das nimbierte nackte Christuskind, das in ihrem Schoß steht und seine rechte zum Segengestus erhoben hat, mit beiden Händen. Über dem Thronsitz schweben zwei Engel zu beiden Seiten Mariens. Die vier Eckmedaillons auf dem Profilrahmen zeigen die Evangelistensymbole: den Adler für Johannes, den Stier für Lukas, den Mensch für Matthäus und den Löwe für Markus (im Uhrzeigersinn).


Stil und Einordnung

Vorderdeckel:

Provinzielle Werkstatt (in Passau?) kurz vor der Mitte des 15. Jahrhunderts (Schatzkammer, 2001, Nr. 14 (B. Hernad)).

Rückdeckel:

Beschläge (1789)


Provenienz

Insofern die Entstehung des Trägerbandes im Augustinerchorherrenstift St. Nikola bei Passau wahrscheinlich ist (Klemm, Die romanischen Handschriften, 1980, Nr. 205) und sich die Handschrift auch im 18. Jahrhundert dort befand (Kupferstich-Exlibris von Propst Franz Conrad (1795–1803) im vorderen Spiegel), kann von einer Entstehung des Einbandes im Passauer Umfeld ausgegangen werden. 1803 gelangte die Handschrift aus St. Nikola in die Münchner Hofbibliothek.



Literaturhinweise

Klemm, Die romanischen Handschriften, Bd. I, 1, 1980, Nr. 205

Fritz, Goldschmiedekunst der Gotik, 1982, Nr. ??, S. 269 f.

Prachteinbände 870–1685, 2001, Nr. 14 (B. Hernad).