Clm 2939 Einband Hauptaufnahme: Unterschied zwischen den Versionen

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16 Schmucksteine und Bergkristalle  
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2 Hakenverschlüsse mit Fenster-Lager in der Knickkante des Vorderdeckels als Riemenschließe (Adler, Handbuch Buchverschluss, 2010, BV.3.1.a. Messinghaken verziert mit vierblättrigem Blütenmotiv.  
2 Hakenverschlüsse mit Fenster-Lager in der Knickkante des Vorderdeckels als Riemenschließe (Adler, Handbuch Buchverschluss, 2010, BV.3.1.a. Messinghaken verziert mit vierblättrigem Blütenmotiv.  
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Schematische Zeichnung, Schraffuren der Gewänder wirken mechanisch, gewisse Unsicherheit und Unbeholfenheit des Künstlers sprechen für eine ungeübte Hand
Schematische Zeichnung, die Schraffuren der Gewänder wirken mechanisch, eine gewisse Unsicherheit und Unbeholfenheit des Künstlers sprechen für eine ungeübte Hand.
 
 
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Version vom 28. November 2017, 09:44 Uhr

Übersicht
Signatur Clm 2939#Einband
Maße 284 mm x 201 mm x 72 mm
Datierung 1489 - 1489
Ort Mitteleuropa: Bayern, Altomünster
Objekttyp Einband, westlich
Katalogisierungsebene Gesamtaufnahme (item)
Klassifizierung Kategorie:Prachteinband
Kategorie


Beschreibung: Caroline Smouth, 2017


Kurze summarische Beschreibung


Informationen zum Trägerband

Überliefert mit: Handschrift München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 2939 : Evangelistar, Deutschland, Tegernsee (?), 1. Drittel 12. Jh.


Entstehung

Unbekannter Künstler, Goldschmied, 1489. Mitteleuropa: Bayern, Altomünster.



Komponenten

Vorderdeckel:

1 Messingplatte

4 Messingstreifen

22 Fassungen für Schmucksteine und Bergkristalle

16 Schmucksteine und Bergkristalle

Rückdeckel:

1 Messingplatte

4 Messingstreifen

5 Messingbuckel


Rücken:

Ledereinband mit zwei Signaturschildchen: Altmünster 9 und Cod. lat. 2939


Schließen:

2 Hakenverschlüsse mit Fenster-Lager in der Knickkante des Vorderdeckels als Riemenschließe (Adler, Handbuch Buchverschluss, 2010, BV.3.1.a. Messinghaken verziert mit vierblättrigem Blütenmotiv.


Maße

284 mm x 201 mm x 72 mm

Vorderdeckel:

284 mm x 201 mm x 12 mm


Mittelfeld:

219 mm x 135 mm


Rahmen:

284 mm x 31 mm und 136 mm x 31 mm


Rückdeckel:

284 mm x 201 mm x 18 mm

Mittelfeld:

217 mm x 135 mm


Rahmen:

284 mm x 33 mm und 135 mm x 33 mm


Rücken:

284 mm x 72 mm



Material und Technik

Vorderdeckel:

Gravierte vergoldete Messingplatte, Schmucksteine, Bergkristalle


Rückdeckel:

Gravierte Messingplatte, 5 vergoldete Messingbuckel


Rücken:

Leder

Beschreibung des Äußeren

Vorderdeckel:

Mittelfeld:

Gravierte figürliche Darstellung mit umlaufendem Inschriften-Rahmen


Rahmen:

Aufgenagelter Rahmen aus vier Metallleisten, die oben und unten mit drei sowie an den Längsseiten mit sechs eingefassten Steinen besetzt sind. Die Ecken sind durch vier große runde Steine betont.


Fassungen:

Die Zargenfassungen der eckigen Steine sind unmittelbar auf dem Grund aufgenietet. Sie haben bei einer runden Grundform eine bauchige Ausformung. Durch vier Einkerbungen der Zarge wird zu einer viereckigen Oberkante übergeleitet. Aus der Zarge herausgearbeitete einfache klammerartige Halter an den Ecken.

Die ebenfalls unmittelbar auf den Grund aufgenieteten Zargenfassungen der ovalen Steine – sowie eines runden und eckigen Steines haben keine bauchige Form, sondern liegen eng am Stein an. Die Oberkante ist mit eng aufeinanderfolgenden Einkerbungen versehen, so dass ein leicht angewinkeltes Zahnband auf den Stein greift.


Anordnung der Steine, Perlen etc.:

Teilweise alternieren größere und kleinere sowie eckige und runde Steine; beides ist nicht stringent durchgehalten.

Rückenkante: Zwei Linien mit einem Ornamentband aus nach innen weisenden Dreiecken; Innenkante gekerbt.


Rückdeckel:

Mittelfeld:

Monogramm, zentriert ein vergoldeter Messingbuckel in Gestalt einer kreisförmigen rotierenden Spirale


Rahmen:

Aufgenagelter Rahmen aus vier Metallleisten, auf denen eine Umschrift eingraviert ist; mit geometrischen Formen in den Wortzwischenräumen. In den Ecken ist jeweils ein vergoldeter Messingbuckel in Gestalt einer kreisförmigen rotierenden Spirale angebracht.


Rückenkante:

Zwei Linien mit einem Ornamentband aus nach innen weisenden Dreiecken; Innenkante gekerbt.




Inschriften/herstellungsbezogene Marken und Zeichen

Auf dem Vorderdeckel: Ora pro nobis Sancte / Alto ut efficiamur digni pro= / missionibus Cristi / Anno domini M CCCC 89. (Bitte für uns, heiliger Alto, auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi. Im Jahre des Herrn 1489.)

Auf dem Rückdeckel: Miserere mei / deus Secundum / magnam / misericordiam tuam (Ps 51,3) (Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit).


Überarbeitungsstadien

Vorderdeckel:

Vorderkante:

Die obere Schließe wurde neu angefertigt (Restaurierungsvermerk vom Januar 1960 auf dem hinteren Spiegel)


Zustandsberichte

Vorderdeckel:

In der rechten Rahmenleiste fehlen vier, in der linken zwei Steine.


Rückdeckel:

Der Messingdeckel war ursprünglich versilbert.



Ikonographie

Vorderdeckel:

Im Mittelfeld ist das Baumwunder des Heiligen Alto dargestellt. Rechts im Bild steht der Heilige Alto, der Gründer des oberbayerischen Stifts Altomünster, als infulierter Abt: ihm ist das päpstliche Privileg verliehen, eine Mitra zu tragen. Er markiert mit einem Messer die Bäume vor ihm, die für den Bau des Klosters vorgesehen sind. In den Ästen sitzen Vögel, die mit ihren Schnäbeln nach leichtem Astwerk greifen. Es handelt sich um eine Simultandarstellung, insofern die Legende besagt, dass die Vögel die Äste der Bäume, die in der Nacht nach der Markierung von selbst gefallen waren, zur Baustelle trugen. Gerahmt wird das Bildfeld von einer Inschrift, die das Entstehungsdatum 1489 des Einbandes nennt. Diese Darstellung ist der früheste Beleg der Gründungslegende (zusammen mit dem Einband#2938).


Rückdeckel:

IHS-Monogramm mit umlaufender Inschrift


Stil und Einordnung

Vorderdeckel:

Schematische Zeichnung, die Schraffuren der Gewänder wirken mechanisch, eine gewisse Unsicherheit und Unbeholfenheit des Künstlers sprechen für eine ungeübte Hand.


Provenienz

Womöglich wurde der Einband von Graf Wolfgang von Sandizell, dem durch Herzog Georg den Reichen von Bayern-Landshut eingesetzten Administrator des Klosters von Altomünster, in Auftrag gegeben. Mit Sicherheit wurde der Einband für Altomünster angefertigt. 1803 gelangte das Objekt aus Altomünster in die Münchner Hofbibliothek.


Literaturhinweise

Bange, Bayerische Malerschule, S. 133 Huber, Der hl. Alto und seine Klosterstiftung, 1924, S. 218 f. Klemm, Die romanischen Handschriften, 1988, Nr. 3 Prachteinbände 870–1685, 2001, Nr. 16 (B. Hernad) Außen-Ansichten, 2006, Nr. 9 (B. Hernad) Freckmann/Trede, Katalog der lateinischen Handschriften, Altenhohenau und Altomünster, 2016, S. 341.



Dokumentation Materialanalyse

Beispiele: