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1 [[Clm 4456 Einband Spolie Goldschmiedeeinband RD|Silberplatte]] (Rückdeckel)
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Reste der Einlage des Rückens


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'''Rückdeckel'''
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Rückdeckel aus graviertem, teilvergoldetem Silber
Rückdeckel aus graviertem, teilvergoldetem Silber
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== Überarbeitungsstadien ==  
== Überarbeitungsstadien ==  


1585 sind umfangreichere Reparaturen an den Prachteinbänden vorgenommen worden ([[Literatur::Dressler, Prachthandschriften, 1995]], S. 93), die insbesondere wohl auch den Vorderdeckel des Sakramentars betrafen (siehe Abschnitt "Stil und Einordnung").
Reste der Einlage des Rückens und des Buchblocks - ein mit dem Kapital (blaue Fäden) angestochenes Wildlederteil sowie reste eines Goldbrokats - wurden abgetrennt und separat aufbewahrt. Die Reste des eigentlichen, wohl originalen Wildlederrückens sind an den äußeren Kapitalen noch sichtbar. Der Goldbrokat an der inneren, dem Schnitt zugewandten Seite, war eine Verzierung für das Kapital. Der Rücken dürfte weder damit noch mit einem anderen Stoff überzogen gewesen sein, da sich sonst auch Stoffreste unter den äußeren Kapitalfäden finden müssten.  
 
Rücken, roter Samt aus dem Jahre 1962 (vgl. [[Literatur::Gullath, Kodikologie, 2010]], S. 15).


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== Restaurierung ==
1585 sind umfangreichere Reparaturen an den Prachteinbänden vorgenommen worden ([[Literatur::Dressler, Prachthandschriften, 1995]], S. 93), die insbesondere wohl auch den Vorderdeckel des Sakramentars betrafen (siehe Abschnitt "Stil und Einordnung"). 
Rücken, roter Samt aus dem Jahre 1962 (vgl. [[Literatur::Gullath, Kodikologie, 2010]], S. 15).
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== Ikonographie ==
== Ikonographie ==
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== Stil und Einordnung ==
== Stil und Einordnung ==


Komponenten verschiedener Provenienz und Zeitstellung (siehe auch je gesonderte Beschreibungen). Das Elfenbeinrelief und der Rückdeckel stammen wohl vom ursprünglichen Einband aus der Zeit Kaiser Heinrichs II., zwischen 1002 und 1014 mit der Handschrift dem Bamberger Dom gestiftet, ebenso die obere Schließe, nach der die untere ergänzt worden ist.
Komponenten verschiedener Provenienz und Zeitstellung (siehe auch je gesonderte Spolien-Beschreibungen). Das Elfenbeinrelief und der Rückdeckel stammen wohl vom ursprünglichen Einband aus der Zeit Kaiser Heinrichs II., zwischen 1002 und 1014 mit der Handschrift dem Bamberger Dom gestiftet, ebenso die obere Schließe, nach der die untere ergänzt worden ist.


Der einfache Goldblechdeckel des Vorderdeckels ist zeitlich schwer einzuordnen. Während die ältere, aber auch noch jüngere Forschung davon ausgeht, dass der goldene Überzug im 17. oder 18. Jahrhundert einen älteren Einband ersetzte und nur das Elfenbeinrelief wiederverwendete, nimmt Brigitte Gullath ([[Literatur::Gullath, Kodikologie, 2010|Kodikologie, 2010]], hier S. 14 nach mündl. Mitteilung von Lorenz Seelig) überzeugend an, dass der Einband, der bei der Restaurierung von Johann Graff (1726) nur mit wenig Gold ausgebessert wurde (mit „4 ½ gran“, die Reparatur kostetet auch nur 4 fl. [vgl. zu beiden Sachverhalten [[Literatur::Dressler, Prachthandschriften, 1995]], S. 100], siehe hierzu Abschnitt "Überarbeitungsstadien"), ???? vermutlich einer umfangreichen Restaurierung aus dem Jahre 1585 entstammt.  
Der einfache Goldblechdeckel des Vorderdeckels ist zeitlich schwer einzuordnen. Während die ältere, aber auch noch jüngere Forschung davon ausgeht, dass der goldene Überzug im 17. oder 18. Jahrhundert einen älteren Einband ersetzte und nur das Elfenbeinrelief wiederverwendete, nimmt Brigitte Gullath ([[Literatur::Gullath, Kodikologie, 2010|Kodikologie, 2010]], hier S. 14 nach mündl. Mitteilung von Lorenz Seelig) überzeugend an, dass der Einband, der bei der Restaurierung von Johann Graff (1726) nur mit wenig Gold ausgebessert wurde (mit „4 ½ gran“, die Reparatur kostetet auch nur 4 fl. [vgl. zu beiden Sachverhalten [[Literatur::Dressler, Prachthandschriften, 1995]], S. 100], siehe hierzu Abschnitt "Überarbeitungsstadien"), vermutlich einer umfangreichen Restaurierung aus dem Jahre 1585 entstammt.  
   
   



Version vom 12. Januar 2018, 08:21 Uhr

Übersicht
Signatur Clm 4456#Einband
Maße 296-298 mm x 245 mm x 15 mm
Datierung 16. Jh. (1585?) oder 18. Jh.
Ort Mitteleuropa: Bamberg?
Objekttyp Einband, westlich
Katalogisierungsebene Gesamtaufnahme (item)
Klassifizierung Kategorie:Goldschmiedeeinband
Kategorie Einband - bindings (gathered matter components); AAT-ID: 300055023)

Beschreibung: Karl-Georg Pfändtner, 2016


Das Sakramentar Heinrichs II. (973-1024) ist eine der berühmtesten ottonischen Handschriften überhaupt. Sie entstand auf Heinrichs Auftrag höchstwahrscheinlich in Regensburg und enthält liturgische Texte. Die Rückseite des Sakramentars schmückt eine Silberplatte mit der Figur Papst Gregors des Großen, die Vorderseite ein Elfenbeinrelief mit der Darstellung der Kreuzigung Christi und der Frauen am Grabe. Heinrich stiftete das Sakramentar dem Bamberger Dom. Von dort gelangte es 1802 nach München.


Informationen zum Trägerband

Überliefert mit: Handschrift München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 4456 : Sakramentar, Deutschland, Regensburg, zwischen 1007–1012 im Auftrag Heinrichs II. geschrieben


Entstehung

Zur Bistumsgründung Bambergs 1007 oder zur Domweihe des Bamberger Doms 1012 von Heinrich II. gestiftet. Im 16. Jahrhundert in Bamberg grundlegend überarbeitet.


Komponenten

Vorderdeckel:

4 Goldmetallstreifen

4 schmale Stege

1 Zierleiste

22 Drahtringe

22 Vierpässe aus gekordeltem Goldraht.


Rücken:

roter Samt


Spolien (separate Beschreibungen verlinkt):

1 Elfenbeinrelief (Vorderdeckel)

1 Silberplatte (Rückdeckel)

2 Schließen


Maße

Vorderdeckel:

296-298 mm x 245 mm (???) x 15 mm

Goldschmiederahmen an allen Seiten 45 mm breit

Perlbänder 65 mm lang und 5 mm breit


Rückdeckel:

298 mm x 245 mm x 18 mm


Rücken:

[...]


Buchblock:

296-298 mm x 241 mm x 115 mm


Material und Technik

Vorderdeckel

getriebenes Gold

Kantenbeschläge: Silber, vergoldet.


Mittelfeld:

Elfenbeinplatte mittels gebördelten Goldblechs fixiert


Rückdeckel:

Gravierte Silberplatte, teilvergoldet, opus interrasile auf dunkelgrünem Seidenstoff.


Schließen:

Silber, feuervergoldet


Beschreibung des Äußeren

Vorderdeckel:

4 Goldmetallstreifen um ein Elfenbeinrelief (gebördelt am Elfenbein), 4 schmale Stege aus vergoldetem Silberblech (über den Kanten). Zierleiste aus zwei parallel mit der Außenkante verlaufenden kordierten Drähten, dazwischen 22 gleichmäßig verteilte Drahtringe (fünf entlang der waagrechten, sechs entlang der senkrechten Kanten des Reliefs, alle ebenfalls aus kordiertem Draht). 22 Vierpässe aus gekordeltem Goldraht. Die Diagonalen des Rahmens sind jeweils durch zwei parallele Drähte betont, die eine Leiste aus gepunzten kleinen Halbkugeln begrenzen. Die Montierungsnägel sind durchwegs so verteilt, dass sie als Teil des Ornaments wirken. Die Stärke des Holzdeckels ist mit vergoldetem Silberblech bezogen.


Rahmen:

Flacher Goldschmiederahmen


Rückdeckel:

Rückdeckel aus graviertem, teilvergoldetem Silber


Überarbeitungsstadien

Reste der Einlage des Rückens und des Buchblocks - ein mit dem Kapital (blaue Fäden) angestochenes Wildlederteil sowie reste eines Goldbrokats - wurden abgetrennt und separat aufbewahrt. Die Reste des eigentlichen, wohl originalen Wildlederrückens sind an den äußeren Kapitalen noch sichtbar. Der Goldbrokat an der inneren, dem Schnitt zugewandten Seite, war eine Verzierung für das Kapital. Der Rücken dürfte weder damit noch mit einem anderen Stoff überzogen gewesen sein, da sich sonst auch Stoffreste unter den äußeren Kapitalfäden finden müssten.


Zustandsberichte

Im Domschatzverzeichnis von 1736/43 (Staatsbibliothek Bamberg, HV.Msc.224, S. 91 ) wird das Goldgewicht, das Graff bereits im Jahre 1726 bei allen Schatzstücken ermittelt hat, mit „84 Cronen“ angegeben. Das am 22. März 1803 erstellte „Verzeichnis der zum hiesigen Domschatze gehörigen Sachen“ (SAB, Rep. K 202, Nr. 101, Lit B) nennt, wohl das ältere Verzeichnis zitierend, ebenfalls „84 Kronen Goldgewicht".


Restaurierung

1585 sind umfangreichere Reparaturen an den Prachteinbänden vorgenommen worden (Dressler, Prachthandschriften, 1995, S. 93), die insbesondere wohl auch den Vorderdeckel des Sakramentars betrafen (siehe Abschnitt "Stil und Einordnung").

Rücken, roter Samt aus dem Jahre 1962 (vgl. Gullath, Kodikologie, 2010, S. 15).


Ikonographie

Vorderdeckel: Kreuzigung Christi und Frauen am Grabe (siehe gesonderte Beschreibung)

Rückdeckel: Hl. Gregor (siehe gesonderte Beschreibung)


Stil und Einordnung

Komponenten verschiedener Provenienz und Zeitstellung (siehe auch je gesonderte Spolien-Beschreibungen). Das Elfenbeinrelief und der Rückdeckel stammen wohl vom ursprünglichen Einband aus der Zeit Kaiser Heinrichs II., zwischen 1002 und 1014 mit der Handschrift dem Bamberger Dom gestiftet, ebenso die obere Schließe, nach der die untere ergänzt worden ist.

Der einfache Goldblechdeckel des Vorderdeckels ist zeitlich schwer einzuordnen. Während die ältere, aber auch noch jüngere Forschung davon ausgeht, dass der goldene Überzug im 17. oder 18. Jahrhundert einen älteren Einband ersetzte und nur das Elfenbeinrelief wiederverwendete, nimmt Brigitte Gullath (Kodikologie, 2010, hier S. 14 nach mündl. Mitteilung von Lorenz Seelig) überzeugend an, dass der Einband, der bei der Restaurierung von Johann Graff (1726) nur mit wenig Gold ausgebessert wurde (mit „4 ½ gran“, die Reparatur kostetet auch nur 4 fl. [vgl. zu beiden Sachverhalten Dressler, Prachthandschriften, 1995, S. 100], siehe hierzu Abschnitt "Überarbeitungsstadien"), vermutlich einer umfangreichen Restaurierung aus dem Jahre 1585 entstammt.


Provenienz

Das Buch wird (von Dressler, Prachthandschriften, 1995, S. 92) mit dem 1554 angelegten Domschatzverzeichnis (AEB, Rep. I, Nr. 72, Bl. 17r–18v, hier 17v) genannten Buch Nr. 5 identifiziert: „Ein Puch, darinnen alle Orationes, Secreta et Complenda geschrieben, oben mit gold beschlagen, vunden Silbers vubergult mit einem helfenpainen pild Salvatoris“. Bamberg, Domschatz bis 1803. Dann München, Hofbibliothek.


Literaturhinweise

Dressler, Prachthandschriften, 1995.

Exner, Kunstdenkmäler, Bd. 4. 1. 2., Teil 2, 2015, S. 1811-1814 (mit aktueller Literaturliste bis Sommer 2015).

Gullath, Kodikologie, 2010.

Staatsbibliothek Bamberg, HV.Msc.224.

SAB, Rep. K 202, Nr. 101, Lit B.