Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Tibetischer Buchdeckel (Unterdeckel) - BSB Cod.tibet. 332

Version vom 7. Dezember 2018, 08:47 Uhr von Lwirth (Diskussion | Beiträge) (Fehler XML-Struktur behoben)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Übersicht
Signatur Cod.tibet. 332
Maße 263 mm x 713 mm x 44 mm
Datierung 15./16. Jh.
Ort Tibet/Xizang
Objekttyp Buchdeckel, asiatisch
Katalogisierungsebene Gesamtaufnahme (item)
Klassifizierung Schnitzkunst
Kategorie Tibetische Buchdeckel

Beschreibung: Günter Grönbold/Samyo Rode. Bayerische Staatsbibliothek, 1991/2016.


Besonders schön bei diesem Deckel ist die farbliche Gestaltung: wenig Rot und Gold vor dem Dunkelbraun des Holzes. Sehr schön ist auch die sanfte Wölbung der Schnitzerei in die Vertiefung. Das war nötig, da die Seite die Aufliegefläche des Buches war.

Entstehung

unbekannt, ca. 15. Jh./16. Jh. in Tibet/Xizang.


Maße

Unterdeckel:

263 mm x 713 mm x 44 mm


Außenseite (Zierseite):

Mittelfeld:

149 mm x 557 mm


Mittelfeldbegrenzung:

10-13 mm


Rahmen:

45-49 mm


Material und Technik

Geschnitzter, vergoldeter und bemalter Buchdeckel aus schwerem Holz


Beschreibung des Äußeren

Außenseite (Zierseite):

Mittelfeld:

Das Mittelfeld enthält in diesem Fall ein weiteres Feld, das durch einen schmalen, glatten Steg abgetrennt ist. Im äußeren Streifen sind vor rotem Hintergrund 32 sitzende Figuren geschnitzt. Im zentralen Feld sind drei deutlich größere Figuren dargestellt.


Mittelfeldbegrenzung:

Um das Mittelfeld läuft eine Perlenreihe zwischen einfachen Stegen.


Rahmen:

Der Außenrahmen ist glatt und ohne Dekoration.


Innenseite:

Die Innenseite ist ungestaltet.


Schmalseite 1:

Zwischen goldenen Ranken ist in der Mitte ein ebenfalls goldenes Schriftzeichen zu erkennen.


Längsseite 1:

Die Längsseite ist ungestaltet.


Schmalseite 2:

Die Schmalseite ist mit vergoldeter Schnitzerei versehen.


Längsseite 2:

Die Längsseite ist ungestaltet.


Profil:

Der Deckel weist auf der Außenseite eine geringfügige Wölbung auf.


Zustandsberichte

Eine der Figuren des Mittelfeldes ist vollständig herausgestemmt, bei fünf Figuren fehlt der Kopf, bei weiteren vier fehlt das Unterteil.


Ikonographie

Außenseite (Zierseite):

Mittelfeld:

Im äußeren Band sind vertieft 32 Buddhafiguren eingeschnitzt. Sie sitzen jeweils auf einem Lotus vor einer doppelten glatten Mandorla und sind vergoldet. Der Raum zwischen ihnen, der sich nach außen wölbt ist Rot gefasst. Den Gesten nach, die die Buddhas ausführen, handelt es sich bei ihnen um die fünf Tathāgatas. Auf diesen Streifen folgt nach innen zu wieder ein Feld (70 x 516 mm), in dem vertieft drei Gottheiten geschnitzt sind, und zwar von links: Mañjuśrī, der vierarmige Ṣaḍakṣarī-Lokeśvara und Vajrapāṇi. Sie sitzen auf einem Lotus vor einer Mandorla mit Blattrand, nur Vajrapāṇi steht Mit gestrecktem linken Bein vor einer Flammenmandorla. Sie sind vergoldet mit Farbspuren und tragen die Helmkrone, die seit dem 12.Jh. vorkommt (Klimburg-Salter 1982, S. 118).


Schmalseite 1:

An der rechten Stirnseite ist ein Ruhmesantlitz zu sehen, das Ranken im Maul hat, die nach rechts und links gehen.


Schmalseite 2:

Der Buchstabe „Pha“ auf einem Lotusblatt zwischen einfachen vergoldeten Ranken auf rotem Grund gibt an, dass es sich um Band 14 handelt.


Stil und Einordnung

Ein vergleichbarer Deckel, der wohl aus derselben Werkstatt kommt, findet sich in der National Gallery of Victoria, Melbourne (Guy 1982, Nr. 27). Angabe für diesen: Western Tibet or Gyantse, 16th-17th century (?).


Provenienz

1987 von Galerie Hardt (Radevormwald) für die BSB erworben.


Literaturhinweise

Grönbold, Tibetische Buchdeckel (1991), 70f.


Empfohlene Zitierweise

Günter Grönbold/Samyo Rode. Prachteinband zum Reichenauer Evangeliar - BSB Clm 4454#Einband. Bayerische Staatsbibliothek, 1991/2016.

URL: https://einbaende.digitale-sammlungen.de/Prachteinbaende/Cod.tibet._332_Hauptaufnahme, aufgerufen am 13.11.2019