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Tibetischer Buchdeckel (Unterdeckel) - BSB Cod.tibet. 128

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Übersicht
Signatur Cod.tibet. 128
Maße 196-199 mm x 661 mm x 20 mm
Datierung 17. Jh.
Ort Tibet/Xizang
Objekttyp Buchdeckel, asiatisch
Katalogisierungsebene Gesamtaufnahme (item)
Klassifizierung Schnitzkunst
Kategorie Tibetische Buchdeckel

Beschreibung: Günter Grönbold/Samyo Rode. Bayerische Staatsbibliothek, 1991/2016.


Tibetischer Buchdeckel aus Birkenholz. Auf der mit vergoldeten Schnitzereien versehenen Innenseite (Zierseite) werden die Götter Ratnasambhava, Akṣobhya, Ṣaḍakṣarī-Lokeśvara, Prajñāpāramitā, Vairocana, Śākyamuni und Amitābha dargestellt.

Entstehung

Von einem unbekannten tibetischen Künstler (Holzschnitzer) im 17. Jh. gefertigt.


Maße

Unterdeckel:

196-199 mm x 661 mm x 20 mm


Innenseite (Zierseite):

Mittelfeld:

99-101 mm x 579 mm


Mittelfeldbegrenzung:

11-12 mm beit


Rahmen:

oben und unten: 36-39 mm

links: 30-33 mm

rechts: 26 mm


Material und Technik

Birkenholz geschnitzt und bemalt; Außenseite mit Resten von Bemalung.


Zu den Ergebnissen der materialwissenschaftlichen und kunsttechnologischen Untersuchungen durch das Institut für Bestandserhaltung und Restaurierung (IBR).


Beschreibung des Äußeren

Außenseite:

Konvex gewölbt mit Resten von Bemalung mit geometrischer Ornamentik.


Mittelfeld:

In einem Mittelfeld rote Kreise vor grünem Grund, in einem Streifen darum herum schwarze konzentrische Kreise auf rotem Grund.


Innenseite (Zierseite):

Mit vergoldetem Schnitzwerk.


Mittelfeld:

Es sind sieben sitzende Figuren dargestellt, die Mittlere davon ist als Zentralfigur hervorgehoben und dient als Symmetriezenturm.


Mittelfeldbegrenzung:

Eine Perlenreihe verläuft zwischen Stegen.


Rahmen:

Von den Ecken des Mittelfeldes laufen Diagonalstege zu den Ecken des Deckels. Der Rand ist mit Ranken verziert.


Zustandsberichte

Der Deckel ist zeitweise wohl zweckentfremdet worden. Deshalb ist er an allen vier Rändern abgeschnitten. Vier ausgestemmte Löcher für Zapfen lassen vermuten, dass er irgendwo eingesetzt war. Die Außenseite war ursprünglich bemalt, ist aber fast ganz abgeschnitten. Vier ausgestemmte Löcher für Zapfen an der Außenseite lassen vermuten, dass er irgendwo eingesetzt war.

Auf der Innenseite ist am rechten Rand eine Gans ausgestemmt worden, Rechteckige Holzstücke fehlen ebenso am linken und rechten Rand und auf der Außenseite.

Die Außenseite war ursprünglich bemalt, ist aber fast ganz abgerieben.


Ikonographie

Außenseite:

Bei den roten Kreisen könnte es sich um Blüten handeln.


Innenseite (Zierseite):

Mittelfeld:

Im Mittelfeld sind von links folgende Götter dargestellt: Ratnasambhava, Akṣobhya, Ṣaḍakṣarī-Lokeśvara, Prajñāpāramitā, Vairocana, Śākyamuni, Amitābha. Die Figuren sind sitzend auf je einem Lotus mit doppelter Blattreihe dargestellt. Die Tathāgas sind gekrönt, mit Ausnahme von Śākyamuni. Der Hintergrund ist jeweils verschiedenartig ausgearbeitet. Prajñāpāramitā als Zentralfigur hat die Andeutung eines Throns um sich. Rechts und links von ihr finden sich (von unten): je ein Elefant, ein springender Gehörnter Löwe und ein Seeungeheuer. Über ihr ist nur angedeutet ein Ruhmesantlitz. Ratnasambhava, Vairocana und Amitābha sitzen vor Nischen, die Nimbus und Aureole zusammenfassen. Über den Schultern sind dreieckige Spitzen des Thrones zu sehen, im Hintergrund eine glatte Mandorla. Ṣaḍakṣarī ist ohne die dreieckigen Spitzen dargestellt. Bei Akṣobhya und Śākyamuni sind Aureole und Nimbus mit einer Perlenreihe versehen; eine Flammenmandorla, die stark vorspringt, fasst sie ein.


Rahmen:

Im unteren Rand stehen sich in der Mitte zwei Löwen gegenüber, deren Schwänze in Rankenwerk übergehen. Oben ist in der Mitte ein Ruhmesantlitz mit Ranken im Maul abgebildet. In dem Rankenwerk sind rechts und links jeweils vier der acht glückverheißenden Symbole mit je einer zusätzlichen Blüte dargestellt. Am linken Rand sehen wir eine Gans, deren Schwanz in Ranken übergeht, die nach oben steigen.


Stil und Einordnung

Ein Deckel mit einem sehr ähnlichen Rand um das Mittelfeld wird im British Museum aufbewahrt. Dieser soll aus Gyantse stammen und ist auf das 17. Jh. datiert.


Provenienz

1985 bei der Galerie Keller (Zürich) für die BSB erworben.


Literaturhinweise

Grönbold, Tibetica in der Bayerischen Staatsbibliothek (1985), 27.

Grönbold, Tibetische Buchdeckel (1991), 88f.


Empfohlene Zitierweise

Günter Grönbold/Samyo Rode. Tibetischer Buchdeckel (Unterdeckel) - BSB Cod.tibet. 128. Bayerische Staatsbibliothek, 1991/2016.

URL: https://einbaende.digitale-sammlungen.de/Prachteinbaende/Cod.tibet._128_Hauptaufnahme, aufgerufen am 12.11.2019